Berlin : Feuerwehrchef verteidigt neues Einsatzkonzept

Auch mit weniger Personal und Fahrzeugen ausreichend für nächtliche Alarmfälle gerüstet

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Die EU-Arbeitszeitrichtlinie gibt es vor: Feuerwehrleute dürfen statt der bislang 55 Stunden nur noch 48 Stunden arbeiten. Dies hat eine Umstrukturierung bei der Berliner Feuerwehr zur Folge. Gestern stellte Landesbranddirektor Wilfried Gräfling das neue Einsatzkonzept im parlamentarischen Innenausschuss vor.

Künftig werden die Feuerwehrleute in 12-, statt bislang in 24-Stunden-Diensten arbeiten. Die Löschfahrzeuge, die bislang rund die Uhr bereitstehen, werden von 62 auf 50 tagsüber und 45 nachts reduziert. Auch die Anzahl der Drehleiterfahrzeuge wird von 32 auf 25 verringert. Zudem werden statt der bislang 91 Rettungsfahrzeuge im 24-Stunden-Dienst künftig tagsüber noch 87 und nachts 71 eingesetzt.

Die Gewerkschaften hatte diese Einsparungen bereits scharf kritisiert. So folgerte Klaus Krzizanowski von der Gewerkschaft der Polizei, zuständig für die Feuerwehr: „Fehlendes Personal, insbesondere in den Nachtstunden, wird dazu führen, dass die Berliner Feuerwehr den Bürgern nicht mehr rechtzeitig helfen kann.“

Feuerwehrchef Gräfling verteidigte das neue Einsatzkonzept gestern. So hätten statistische Auswertungen ergeben, dass nachts viel weniger Einsätze gefahren werden müssten. Demnach sei eine Reduzierung des Personals und der Fahrzeuge sinnvoll, um sie vermehrt tagsüber einzusetzen. Zudem gebe es die bislang 62 Löschfahrzeuge, 32 Drehleitern und 91 Rettungsfahrzeuge nur auf dem Papier. Denn das Personal auf den Wachen „springt“ je nach Bedarf entweder auf ein Löschfahrzeug oder einen Drehleiterwagen. Sie sind nicht rund um die Uhr mit voller Personalstärke besetzt. Dies werde im neuen Einsatzkonzept anders sein: Jedes der Fahrzeuge ist mit festem Personal ausgestattet, so dass alle Einsatzwagen jederzeit zur Verfügung stehen. tabu

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