Firma der Woche: Deine Ernte : Ernteglück und Alltagssorgen

Bald ist wieder Erntezeit. Und auch wer keinen eigenen Garten hat, kann sich bei "Deine Ernte" auf heimische Früchte freuen.

Magdalena Thiele
Annalina Landsberg im Garten ihrer Eltern in Frohnau.
Annalina Landsberg im Garten ihrer Eltern in Frohnau.Foto: Magdalena Thiele

„Ich liebe den Apfelkuchen meiner Mutter“, erzählt Annalina Landsberg, „aber ich glaube, meinen Eltern war nicht klar, was sechs Apfelbäume im Garten bedeuten als sie dieses Haus gekauft haben.“

Wer wie Annalina einen Obstbaum im Garten hat, kennt das Dilemma: Man freut sich über die heimischen Früchte, schafft es aber nicht, alle selbst zu verarbeiten. Und selbst wenn, kann man das eingekochte Apfelmus bei allem guten Willen irgendwann nicht mehr sehen. Auf der anderen Seite können sich viele Berliner gar keinen eigenen Garten leisten und würden sich über frisch Gepflücktes freuen. Zur Lösung des Problems hat die Abiturientin aus Frohnau die Plattform „Deine Ernte“ entwickelt.

Privatpersonen können dort ihren Überschuss an Interessierte abgeben – ob dabei Geld fließt und wer den Transport organisiert, ist Verhandlungssache. Das Angebot kann auch zum Selbstpflücken gemacht werden, was die Sache besonders für Vielbeschäftigte und ältere Gartenbesitzer interessant macht. „Eine gute Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen“, so Annalina. „Vielleicht auch zu dem bisher unbekannten Nachbarn.“

Eine Menge Holz

Noch ist die Plattform kostenlos, ab Mitte des Jahres wird aber ein Abo-Modell für die Anbieter eingerichtet. Neben Obst und Gemüse kann alles angeboten werden, was der Garten hergibt: Selbst gemachte Marmelade, Likör oder Apfelmus gehen gut; aber auch Holz oder Erde finden schnell dankbare Abnehmer. Nur ein paar Erdbeersamen waren bisher schwer zu vermitteln.

Für ihr Projekt hat die 17-Jährige vom Landwirtschaftsministerium den Bundespreis für Engagement gegen Lebensmittelverschwendung „Zu gut für die Tonne“ erhalten. Letztes Jahr hat der späte Frost im Frühjahr die Ernte leider etwas verhagelt, erinnert sich Annalina, „aber dieses Jahr starten wir richtig durch“. Die Apfelblüte hier in Frohnau spricht jedenfalls für sich.



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