Firma der Woche: Granola Studios : Live-Konzert aus dem Wohnzimmer

Virtual Reality und Musik - "Granola Studios" bringt sie zusammen. Der Zuschauer sitzt auf der heimischen Couch, das Event kommt live, 3D-animiert und in Farbe.

Ella Simon
Gründer Dominik Faber setzt auf Virtual Reality.
Gründer Dominik Faber setzt auf Virtual Reality.Foto: promo

Konzerte sind oft überfüllt, man steht in den hinteren Reihen oder hat erst gar keine Karte mehr bekommen. Dominik Faber und Axel Zehden, Gründer von Granola Studios, wollen das ändern. Ihr Projekt soll es ermöglichen, 3D-animierte Live-Konzerte bequem von zu Hause aus zu genießen. Dabei können Künstler und Publikum interaktiv aufeinander reagieren, ganz wie beim echten Live-Konzert.

Bereits mit 17 Jahren gründete Faber seine erste Firma „Softgarden“. Die E-Recruiting-App, um Bewerbungen und Jobsuche einfacher zu machen, bot ihm aber nicht genügend kreativen Spielraum. Aus dem Interesse an 3D-Animationen, zum Beispiel in Filmen und Computer-Spielen, entwickelte sich die Idee, Konzerte auf andere Art und Weise zu veranstalten. So gründete er gemeinsam mit Zehden im Juli 2017 Granola Studios.

Zuerst haben sich die Software-Entwickler an zwei Apps ausprobiert. „Marius“, in der man einen kleinen Hasen in einer virtuellen Bücherei spielt, und „Out of Colors“, ein Multiplayer-Game mit Spielzeug-Auto-Rennen. Dann holten sie sich „Mimic Productions“, eine Firma spezialisiert auf die Erstellung von 3D-Charakteren, als Partner an Bord.

Eine logische Konsequenz

In einem mehrstündigen Prozess wird im Studio eine virtuelle Kopie eines beliebigen Künstlers erstellt. Dabei wird sein Kopf aus verschiedenen Perspektiven fotografiert und sein Körper vermessen. Später trägt er einen speziellen Anzug, mit Sensoren an allen Gelenken, damit sein 3D-animiertes Ich seine Bewegungen nachahmen kann. Außerdem wird sein Gesicht gefilmt, damit das Publikum später auch seine Mimik genau erkennen kann. Bei der Show kann der Künstler dann auch die Avatare seiner Fans sehen, auf sie reagieren und auf konzert-übliche, interaktive Weise performen.

Der Musikmarkt ist groß und Virtual Reality ist im Kommen, da ist es nur eine logische Konsequenz beides miteinander zu verbinden“, sagt Faber. Früher oder später hätte jeder einen virtuellen Avatar und könne so dann auch Konzerte der Lieblingsmusiker von zu Hause aus genießen. Im Moment kann man sich kostenlos als Besucher, aber auch als Künstler, auf der Website bewerben. Ab 2020 sollen Tickets dann zwischen vier und zwanzig Euro kosten. Den Konzertmarkt wollen Faber und Zehden nicht ersetzen, sondern erweitern.

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