Firma der Woche: Maister : Nachhaltig grillen mit Kohle aus Mais

Holzkohle ist alles andere als biologisch wertvoll - Grillkohle aus Mais umso mehr. Die Gründer vom Berliner Strat-Up Maister wissen, warum.

Hier werden Maisspindeln zu Grillkohle.
Hier werden Maisspindeln zu Grillkohle.Foto: promo

Kaum steigen die Temperaturen auf die „Draußen-sitzen-Temperatur“, wird in Berlin der Grill angeheizt – Sommerzeit ist Grillzeit. Viele schwören dabei noch immer auf den Geschmack der Holzkohle, besonders umweltfreundlich ist das aber nicht, schließlich stecke absurderweise in mehr als der Hälfte der in Deutschland verkauften Holzkohle Tropenholz, erklärt Johannes Musiol, Gründer des Berliner Start-ups Maister, das eine nachhaltige und nutzerfreundliche Alternative zu Holz und Briketts auf den Markt gebracht hat: Grillkohle aus Mais.

„Wir persönlich kennen keine andere Kohle, die schneller grillfertig ist als unsere Maiskohle. Je nach Menge ist der Grill schon in fünf Minuten einsatzbereit“, erzählt Gründer Johannes Musiol. Und auch die Brenndauer sei deutlich höher als bei der üblichen Holzkohle – bis zu einer Stunde und mehr. Seit zwei Jahren vertreibt das Start-up „Maister“ die Gemüse-Grillkohle. Dafür werden Maisspindeln, genauer gesagt Maiskolben ohne Körner, in einer speziellen Pyrolyse-Anlage verkohlt. Als Anzünder dienen unverkohlte Maisspindeln, die mit Wachsen aus Kerzenreststoffen und pflanzlichen Ölen überzogen wurden.

Kohle statt Abfall

Bei der Geschäftsidee stand für Musiol und Mitgründer Valentin Schnoor der Nachhaltigkeitsgedanke im Vordergrund: „Viele Menschen machen sich gar keine Gedanken darüber, woher ihre Holzkohle kommt. Wir haben beide einige Jahre für deutsche Unternehmen in Afrika gearbeitet und konnten sehen, welche gravierenden Folgen die dortige Nutzung von Holzkohle für den Baumbestand und damit auch für die Umwelt hat“, so Musiol. „Vor allem der rege Kontakt zu den Einheimischen hat uns die Probleme der Menschen vor Augen geführt.“ In Uganda beispielsweise haben sich die Menschen stark über das sich stetig verändernde Klima beklagt – global habe dies mit dem Klimawandel zu tun, lokal aber auch mit der starken Rodung von Wäldern, erzählt Musiol.

Die Maisspindeln sollen Abhilfe schaffen: Sie sind eigentlich ein Abfallprodukt, das sowieso bei der Maiskörnerernte anfalle und, wenn nicht als Grillkohle, keine weitere Verwendung findet. Als Naturprodukt sind sie nach dem Abgrillen vollständig biologisch abbaubar. Außerdem stammen alle Maisspindeln, die zu Maister-Kohle werden, aus europäischem Anbau. Zu verwendungsfertiger Grillkohle werden die Spindeln in einer der modernsten Kohleanlagen Deutschlands.

Und weil Musiol und Schnoor leidenschaftliche Griller sind, haben sie auch einen eigens designten Grill im Angebot. Natürlich ist auch der etwas anders als herkömmliche Modelle, ein schlichter, aber robuster Grillrost. Ihr Anspruch ist es, jedem enthusiastischen Griller mit ihren Produkten ein tolles Grillerlebnis zu bieten, nur eben auch ökologisch wertvoll. Neben dem Nachhaltigkeitsaspekt gäbe es aber noch einen weiteren großen Vorteile der Maiskohle: Sie ist ein echtes Leichtgewicht. Eine Ladung wiegt gerade einmal zwei Kilo. Das dürften auch überzeugte Holzkohlegriller zu schätzen wissen. Magdalena Thiele

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