Firma der Woche: Seven Senders : Zusteller für die letzte Meile

Ein Berliner Start-up nimmt sich dem Logistikwesen an. Ziel ist es, die vielen Player europaweit zu vernetzen.

Die Seven-Senders-Gründer Boris Diebold, Thomas Hagemann und Johannes Plehn (v.l.).
Die Seven-Senders-Gründer Boris Diebold, Thomas Hagemann und Johannes Plehn (v.l.).Foto: Christoph Meissner

Händler, die mal eben ein Paket an Kunden in den Nachbarbezirk verschicken will, haben in einer Stadt wie Berlin mittlerweile die Auswahl zwischen vielen Logistikern. Doch welcher ist der Richtige? Das Berliner Start-up „Seven Senders“ will seinen Kunden diese Entscheidung einfacher machen: „In Europa gibt es viele Carrier mit lokalem Fokus“, erklärt Johannes Plehn, Gründer und Co-Geschäftsführer der Firma. Diese „Carrier“ – zu deutsch Zusteller – seien spezialisiert auf ihre Gebiete und die Dienstleistungen, die sie anbieten. „Der eine bietet Abholung im Geschäft, der andere dafür Bezahlung per Nachnahme oder auch einen Expresszustellungsservice an. Keiner kann alles.

Leider seien die unterschiedlichen Anbieter nicht miteinander vernetzt, um den optimalen Service anbieten zu können. Hier kommt Seven Senders ins Spiel. Das Unternehmen will die innereuropäische Lieferkette optimieren, vom Lager bis zur Haustür des Empfängers.

Dafür hat Seven Senders ein virtuelles Netzwerk aufgebaut, das alle Anbieter und damit auch ihre unterschiedlichen Stärken miteinander verbindet. „Unsere Plattform dient quasi als erster Ansprechpartner für alle Versender und Zusteller.“ So könne man für jede Sendung die optimale Zustellungsmethode wählen, sagt der Firmengründer.

Die Zustellung auf der letzten Meile ist die, die das Kundenerlebnis entscheidend prägt, erklärt Plehn. „Wir kennen die lokalen Zusteller, die Kundenwünsche und die Gegebenheiten vor Ort. Indem wir die einzelnen Akteure verbinden, ermöglichen wir es Händlern, ihre Pakete sicher und schnell mit der Hilfe lokaler Zusteller auszuliefern.“

Eine Frage der Daten

Seven Senders sammelt über seine Plattform Daten von Millionen von Paketen und analysiert deren Sendeverläufe. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse bilden das Fundament für die Softwarelösung der Plattform. Die Software ermögliche es den Kunden, über den gesamten Lieferprozess durch automatisierte E-Mails oder SMS-Benachrichtigungen über den Zustellstatus auf dem Laufenden zu bleiben.

Gründer Johannes Plehn beschäftigte sich bereits während seines Studiums mit Versandketten und Zustellung. Gemeinsam mit Thomas Hagemann gründete er dann 2015 das Unternehmen. Boris Diebold hilft den beiden seit einem Jahr als Technologiechef, das Unternehmen weiter auszubauen.

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