Firma der Woche: Siteinander : Das Prinzip: "Du sittest, ich sitte."

Babysitter von Agenturen sind oft zu unflexibel und zu teuer. Die App "Siteinander" hilft dabei, sich ein privates Sitter-Netzwerk aufzubauen.

Magdalena Thiele
Für viele Familien sind professionelle Babysitter zu teuer.
Für viele Familien sind professionelle Babysitter zu teuer.Foto: dpa

An geschäftstüchtigen Babysittern und Vermittlern mangelt es Berlin eigentlich nicht. Die meisten Angebote sind aber zu teuer und unflexibel, weiß Henrike Gerber. Sie hat deshalb gemeinsam mit ihren Schwestern Ulrike und Anna die App „Siteinander“ entwickelt.

Mit Siteinander können sich Eltern vernetzen und ihr eigenes privates Babysittersystem aufbauen. Über die Map-Funktion kann man sich finden, kennenlernen und verabreden. Dann funktioniert alles nach dem Prinzip „Du sittest für mich, ich sitte für dich“, erklärt Gerber. Wer auf andere Kinder aufpasst, sammelt Sit-Punkte. Die können dann für Betreuung eingelöst werden. Durch den fairen Tausch müsse auch niemand mehr ein schlechtes Gewissen haben. Denn auch wenn kostenlos gesittet wird, gibt es schließlich einen eigenen Anspruch auf Betreuung.

Die drei Schwestern
Die drei SchwesternFotot: Siteinander

Die kleine Auszeit

Die Nutzer können selber entscheiden, wen sie in ihr Netzwerk aufnehmen und wem sie eine Anfrage schicken. „Gesittet wird erst nach dem gegenseitigen Kennenlernen“, so Gerber. Das sei aber nicht der einzige Pluspunkt gegenüber Agenturen. „Die meisten Eltern wünschen sich im Alltag mal zwei Stunden, um wichtige Dinge zu erledigen oder nur in Ruhe ein Buch zu lesen. Ein professioneller Babysitter kommt aber nicht nur für zwei Stunden und außerdem könnten sich die meisten einen Stundenlohn von ab zehn Euro gar nicht leisten.“

Alle drei Schwestern haben selbst viel Erfahrung in der Kinderbetreuung. Ulrike ist zweifache Mutter und war lange alleinerziehend. Henrike und Anna haben beide lange als Babysitter gearbeitet und in Agenturen gearbeitet. Ihre Erlebnisse haben in ihnen den Wunsch geweckt, mit „Siteinander“ künftig jeder Familie unabhängig von Geld und Status den Alltag zu erleichtern.

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