Firma der Woche: Sober : „Ohne Tiegelchen und Töpfchen“

Das Start-Up "Sober" hat sich der Pflege zarter Männerhaut verschrieben - unter Verzicht auf konventionelle Inhaltsstoffe der Kosmetikindustrie

Magdalena Thiele
"Sober"-Gründer Simon Schier (l.) und Philipp Roth.
"Sober"-Gründer Simon Schier (l.) und Philipp Roth.Foto: promo

Brauchen Männer weniger Pflege? Ein Blick auf das vergleichsweise magere Kosmetikangebot in den Drogeriemärkten legt diesen Schluss nahe. Fakt ist dagegen, dass die männliche Haut anders pflegebedürftig ist als die weibliche. Männerhaut ist durchschnittlich um 0,2 Millimeter dicker – ist also grundsätzlich robuster und bleibt länger straff. Dafür produziert sie aufgrund des Testosterons aber auch mehr Talg und neigt eher zu Akne als die Haut einer Frau.

Diesen besonderen Anforderungen hat sich das Berliner Start-up „Sober“ verschrieben. Eigentlich kommen dessen Gründer Simon Schier und Philipp Roth aus dem Marketing. „Mit dem Überschreiten der 30 haben wir uns aber zunehmend darüber geärgert, dass gerade beim Thema Rasur und Männerpflege nur wenige Anbieter zu finden waren – und diese oft Produkte verkaufen, die uns ästhetisch nicht angesprochen haben oder nicht gehalten haben, was versprochen wurde“, erklärt Roth.

Wirksam und effizient

Mit „Sober“ produzieren sie jetzt Hautcremes, Reiniger und Rasurzubehör. Alle Produkte kommen ohne potenziell schädliche konventionelle Inhaltsstoffe der Kosmetikindustrie aus, werden ohne Tierversuche und ausschließlich in Deutschland produziert. Das sei Schier und Roth wichtig, um Einfluss auf den Produktionsprozess und die verwendeten Materialien zu haben.

„Unsere Accessoires beispielsweise sind handgefertigt aus zwei Manufakturen in Berlin; die Kosmetika werden in einem Familienbetrieb in Süddeutschland produziert und abgefüllt“, sagt Schier. „Unser klassischer Rasierhobel stammt aus einem Betrieb in Solingen.“ Naturkosmetik sei das aber nicht, schließlich sei auch nicht jeder Stoff, der aus dem Labor stamme, per se schlecht. „Wir setzen auf das ,Clean Care‘-Prinzip“, so Schier weiter. „Das heißt, wir wollen so wenig wie möglich verschiedene, dafür aber nur nachweislich wirksame Inhaltsstoffe verwenden.“

Wirksam soll es sein, aber nicht zeitaufwendig. Auf die Frage, wie lange sie morgens das Bad frequentieren, heißt es deshalb: „Abgesehen vom Duschen ehrlich gesagt nur wenige Minuten. Unser Ansatz ist es, die Männerpflege einfach und effizient zu machen – also ohne Tiegelchen und Töpfchen trotzdem gut auszusehen.“ Seit November gibt es neben dem Online-Shop auch ein Pop-up-Geschäft im Bikini Berlin.

Der neue Morgenlage-Newsletter: Jetzt gratis anmelden!