Selbst die Fahrscheinautomaten sind schon installiert

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Flughafenbahnhof : Die täglichen Geisterfahrten zum BER-Bahnhof

Dabei war es die Flughafengesellschaft, die die Bahn beim Bauen zur Eile angetrieben hatte. Weil sich die Planungsphase für die so genannte Ost-Anbindung, die Strecke vom Flughafen zu der Görlitzer Bahn, die Berlin mit Cottbus und eben Görlitz verbindet, verzögert hatte, sah es lange so aus, als würde diese Strecke zur damals vorgesehenen Eröffnung des Flughafens nicht fertig. Aber mit einem enormen Aufwand schaffte die Bahn es doch – und hat nun nichts davon. Dabei ist die Brandschutzanlage im Bahnhof nach Angaben von Schulze funktionstüchtig und abgenommen. Die Bahn habe sich dabei an der bewährten Anlage für den Hauptbahnhof orientiert, sagt Schulze. Die Anlage sauge ständig Luft an und registriere dann den bei einem Feuer entstehenden Rauch. Auch Fahrscheinautomaten sind schon installiert; sie werden durch große Planen vor Dreck geschützt. Die Treppen und Aufzüge zum Terminal sind verrammelt. Oben befindet sich ja immer noch eine Baustelle.

Umfrage: Was die Berliner zum BER sagen.
Jürgen Krieger, Taxifahrer: „Das ist eine Blamage für eine Metropole wie Berlin. Besser gesagt: für eine Stadt, die gerne eine Metropole sein möchte. Die ersten Verschiebungen waren noch o.k., aber jetzt reicht es. Klaus Wowereit und der Flughafenchef Rainer Schwarz sollten zurücktreten.“Alle Bilder anzeigen
1 von 6Foto: Mike Wolff
08.01.2013 11:47Jürgen Krieger, Taxifahrer: „Das ist eine Blamage für eine Metropole wie Berlin. Besser gesagt: für eine Stadt, die gerne eine...

Nicht einmal so weit ist man beim Ausbau der Dresdner Bahn, auf der irgendwann der Airport alle 15 Minuten in etwa 20 Minuten vom Hauptbahnhof – an Südkreuz, Marienfelde und Lichtenrade vorbei – zum Flughafen rasen soll. Das Planfeststellungsverfahren für den Neubau von Gleisen für die Fern- und Regionalbahn ziehe sich weiter in die Länge, berichtet Schulze, weil nach einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zum Bau der U 5 Unter den Linden nun bereits im Antrag auch der Lärm der Baustelle berücksichtigt werden müsse.

Immerhin sollen die letzten Unterlagen in diesem Monat beim Eisenbahn-Bundesamt eingereicht werden. Der Bau später dauert dann „nur“ etwa fünf Jahre und wird nach derzeitigem Stand rund 560 Millionen Euro kosten. Aber wenigstens fahren dann wohl keine Geisterzüge mehr.

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