Formel E in Berlin : Rennen der Zukunft geht in die nächste Runde

Die Formel E macht zum fünften Mal Station in Berlin. Erwartet werden am Freitag und Sonnabend rund 50 000 Besucher – und der Regierende.

Rasante Runde. Mit bis zu 250 Stundenkilometern fahren die Rennwagen über das ehemalige Vorfeld vom Tempelhofer Flughafen.
Rasante Runde. Mit bis zu 250 Stundenkilometern fahren die Rennwagen über das ehemalige Vorfeld vom Tempelhofer Flughafen.Foto: Rainer Jensen/dpa

Ein Autorennen ohne Benzingeruch und viel Lärm? Stattdessen hochmoderne Rennwagen mit nur 80 Dezibel, etwas Surren, Reifenquietschen und leise Getriebegeräusche: Die Formel E macht am Freitag und Sonnabend zum fünften Mal Station in Berlin. Und zum vierten Mal wird das Rennen auf dem Tempelhofer Feld ausgetragen.

Von Jahr zu Jahr größer

Berlin ist die einzige Stadt, die bisher in jeder der fünf Formel-E-Saisons einen E-Prix ausgerichtet hat. Mehr als 50 000 Besucher werden in diesem Jahr zur Formel E erwartet. Und es gibt der in Berlin verantwortlichen Agentur Gil und Weingärtner zufolge sogar noch Stehplatzkarten für je fünf Euro.

Die Formel E hat sich von Jahr zu Jahr erweitert: Inzwischen gibt es neun Tribünen mit 14 500 Sitzplätzen und rund 20 000 Stehplätze. Zwei Wochen lang wurde der temporäre Kurs von rund 2,4 Kilometer mit zehn Kurven aufgebaut: Zehn Kilometer Streckenmaterial und 800 Betonelemente sind nötig, um die Strecke gemäß der hohen Richtlinien des Automobil-Weltverbands FIA anzulegen.

In diesem Jahr starten unter den elf Teams allein vier deutsche Fahrer: André Lotterer, Pascal Wehrlein, der mit 21 Jahren jüngste deutsche Fahrer Maximilian Günther sowie Daniel Abt, der im vergangenen Jahr den E-Prix in Berlin gewann.

Zuschauen und ausprobieren

Die Formel E präsentiert in Berlin nicht nur den neuen Gen2-Rennwagen mit 250 kW, der in 2,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt und Höchstgeschwindigkeit von 280 km/h fährt. Mehr als 60 Unternehmen stellen im E-Village ihre Produkte aus: elektrische und hybride Fahrzeuge, darunter auch das Elektromotorrad „LiveWire“ von Harley Davidson. Besucher können im Simulator Rennen gegen die Formel–E-Profis antreten oder auf einer E-Kartbahn fahren. Für Kinder gibt es einen eigenen Bereich, in dem sie ebenfalls auf der Kartbahn ihre Runden drehen können.

Bereits am Freitag ist das Gelände von 11 Uhr bis 19 Uhr unter anderem für die beiden Freien Trainings um 15.30 Uhr und 18 Uhr geöffnet. Am Sonnabend ist ab 8 Uhr geöffnet für das Qualifying und das Rennen um 13 Uhr.

„Showroom“ für die Elektromobilität

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) wird am Sonnabend als Schirmherr der Formel E auf dem Tempelhofer Feld erwartet. Er wird auch dem Gewinner den Pokal überreichen. Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) sagte dem Tagesspiegel, die Formel E „passt gut zum weltoffenen Berlin und zu den Bemühungen der Stadt im Bereich der Elektromobilität. Bereits heute würden in Berlin und Brandenburg mehr als 150 Projekte im Bereich der Elektromobilität realisiert. Rund 10 000 E-Fahrzeuge seien auf den Straßen unterwegs.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat sich die Formel E in Berlin als wichtiger „Showroom“ für die Elektromobilität etabliert. In diesem Jahr findet auf dem Gelände auch das Green Tech Festival von Initiator Nico Rosberg, dem ehemaligen Formel-1-Weltmeister, statt. Und Rennfahrerinnen wie Sophia Flörsch, Suzie Wolff oder die frühere Pilotin Michèle Mouton wollen junge Mädchen im Rahmen des FIA-Programms „Girls on track“ für den Motorsports begeistern.

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