• Freudenberg-Areal in Berlin-Friedrichshain: „Unsere Geschichte wird in Zement gegossen“

Das Freudenberg-Areal

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Freudenberg-Areal in Berlin-Friedrichshain : „Unsere Geschichte wird in Zement gegossen“
Jana Weiss
Michael Müller, Tomas Simon Hirschmann, Stefanie Frensch von der Howoge und Jürgen Laibfried vom Investor Bauwert (v.l.)
Michael Müller, Tomas Simon Hirschmann, Stefanie Frensch von der Howoge und Jürgen Laibfried vom Investor Bauwert (v.l.)Foto: Jana Weiss

Einst wurden auf dem Freudenberg-Areal Kabel und Reifen hergestellt, später, zu DDR-Zeiten, Malzzucker und Haferflocken. Nach der Wende lag das 26.000 Quadratmeter große Grundstück mitten in Friedrichshain jahrelang brach. Heute entsteht dort ein neues Wohnquartier namens „BoxSeven“ – „Ein neues Zuhause mitten in einer freundlichen Nachbarschaft und einer grünen Oase“, wie der Eigentümer Bauwert wirbt. Über die freundliche Nachbarschaft lässt sich streiten, immerhin versuchte die Bürgerinitiative „Ideenwerkstatt Freudenberg-Areal“ eine dichte Bebauung der Fläche mit (teuren) Wohnungen zu verhindern. Das Bürgerbegehren der Initiative scheiterte jedoch, Ende 2015 begannen die Bauarbeiten.

Der Rohbau ist bereits fertig, am Montag fand das Richtfest statt, Ende 2018 soll alles fertig sein. Man liege hier innerhalb des Zeit- und Kostenplans. Auch der Nachbarschaftsstreit sei erst mal beigelegt, erzählt Bauwert-Sprecher Henning Hausmann. Er habe mit dem Wortführer der Bürgerinitiative beim Richtfest ein Glas Wein getrunken.

Michael Müller findet die Kooperation "gelungen"

640 Miet- und Eigentumswohnungen sollen auf dem Areal an der Boxhagener Straße entstehen, außerdem Büros und Einzelhandel, eine Kita und ein 6000 Quadratmeter großer Stadtgarten. Der wird, so Hausmann, rund um die Uhr öffentlich zugänglich sein. Die Kita und 125 Wohnungen gehören der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Howoge. 90 Wohnungen sollen gefördert und für einen Quadratmeterpreis von 6,50 Euro angeboten werden.

Ehrengast beim Richtfest ist Tomas Hirschmann. Dessen jüdischer Großvater Siegfried Hirschmann gründete Ende des 19. Jahrhunderts die Deutschen Kabelwerke auf dem Areal. Die Firma wurde der Familie von den Nationalsozialisten weggenommen, nun wird Siegfried Hirschmann auf dem Grundstück geehrt.

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) hält die Zusammenarbeit von städtischer Wohnungsbaugesellschaft und privatem Investor für gelungen. Eine Kooperation wie diese sei ein guter Weg, „um für ein größeres Projekt günstigen Wohnraum zu schaffen und eine gute soziale Durchmischung hinzukriegen“, sagte Müller.

Die Wohnungen, die in „BoxSeven“ nicht von der Howoge vermietet werden, liegen laut Bauwert-Sprecher Hausmann nicht im Luxussegment. Die günstigste Wohneinheit beginnt bei 3800 Euro pro Quadratmeter, über die teuerste will er keine Auskunft geben.

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