Wo Feindbilder regieren, kann die Kommunikation nur scheitern.

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Friedrichshain : Planungen für ein neues Stück Berlin

Dass solche Aktionen im Bezirk oder in den Initiativen auf stillschweigendes Wohlwollen treffen könnten, weisen Tramp und Schulz zurück: „Das ist keine adäquate Form der Auseinandersetzung“, sagt der Anwohner. Und Schulz meint, dass für diese Aktivisten „Staat und Investoren als Feindbild“ herhalten müssten, so dass man mit ihnen auch nicht zusammenkommen könne zu neuartiger Bürgerbeteiligung.

Im Nieselregen schiebt eine junge Mutter einen Kinderwagen. Acht Monate ist das Baby jung. Kurz vor der Geburt ist sie noch einmal umgezogen. „Wir wollten im Bezirk bleiben“, sagt sie. Und dass sie Glück hatte. Mehr Grün wäre schön, sagt sie, bis zum Treptower Park sind es 20 Minuten. Aber weil sie weiß, „wie schwer die Wohnungssuche im Kiez ist“, ist sie nicht gegen Neubauten. Auch beim Travekiez-Verein heißt es: „Wir sind gegen dichte Bebauung, aber wenn günstige Wohnungen entstehen, können wir uns schlecht dagegen verwehren.“

Am 12. Dezember soll das Projekt im Planungsausschuss der Bezirksverordnetenversammlung zur Diskussion gestellt werden. Mit dabei wird auch Carsten Joost sein. Der Architekt wurde durch sein Engagement in der Media-Spree bekannt. Heute ist er Bürgerdeputierter für die Piraten. Im Auftrag des Travekiez-Vereins hat er Pläne für eine lockere Bebauung entwickelt. „Das Bezirksamt wollte aber nicht über alternative Ansätze reden“, sagt Joost. Die Planung des Bezirks biete „zu wenig öffentlichen Raum und zu viel Baumasse“. Wenn dagegen die Bebauung des Freudenberg-Areals um nur zehn Prozent verringert würde, sei es möglich, einen „Platz mit Zentrumsqualitäten“ zu schaffen. Nun wollen die Piraten in der BVV ein „Werkstattverfahren“ beantragen. Ähnlich wie beim Mauerpark würden dann alle Beteiligten noch einmal über das Gebiet diskutieren.

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