Galeries Lafayette : Totgesagte leben bunter

Die Galeries Lafayette bleiben in Berlin und feiern den CSD. Zuletzt hatten Medien berichtet, das Traditionshaus wolle den Standort verlassen.

Topadresse. Seit 1996 residieren die Galeries Lafayette in der Friedrichstraße.
Topadresse. Seit 1996 residieren die Galeries Lafayette in der Friedrichstraße.Foto: Imago

Nachrichten über meinen Tod sind stark übertrieben, hat Mark Twain mal eine Zeitungsente kommentiert – so ähnlich äußerte sich die Sprecherin der vielleicht wichtigsten französischen Adresse nach der Botschaft, der Galeries Lafayette: „Wir dementieren die Gerüchte, dass wir unseren Standort in der Friedrichstraße schließen und ein Haus in Hamburg in der Hafencity eröffnen. Es ist kein Umzug oder Neueröffnungen geplant!“

Ganz im Gegenteil, sagt Nelly Hemmann vom Traditionshaus im Quartier 205 der Einkaufsmeile, man werde an diesem Freitag eine „Peep Shopping Night“ veranstalten „zur Belebung der Friedrichstraße“. Und auch zur Vorbereitung des Christopher Street Days, der am Wochenende in Berlin stattfindet – und shopping-freudige Kundschaft anlockt.

Medien hatten berichtet, die Miete sei dem französischen Konzern zu hoch. Deshalb habe man beim Senat um Hilfe gebeten. Der Kern der Meldung könnten die Gespräche sein, um die Direktor Philippe Hugot den Regierenden Bürgermeister Michael Müller, Wirtschaftssenatorin Ramona Pop sowie Vertreter des Vermieters, die Allianz, gebeten hat. Die sollen Senatssprecherin Claudia Sünder im Oktober stattfinden. Hintergrund könnten außerdem Bemühungen einer „Projektgruppe aus Galeries Lafayettes, Russischem Haus und weiteren Anrainern“ sein, mit der Senatsverwaltung für Verkehr sowie Mittes Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel zur „Aufwertung der Friedrichstraße“ beizutragen. Vom 4. bis zum 6. Oktober soll eine erste Veranstaltung stattfinden, bei der die Friedrichstraße für den Autoverkehr geschlossen werden soll.

Charmant findet Direktor Hugot diesen Plan des Bezirks Mitte, der das Straßenfest selbst ausrichtet. Geplant ist eine Modenschau kleiner Berliner Labels mitten auf der Fahrbahn. Die Kosten von 30 000 bis 40 000 Euro sollen aus City-Tax-Mitteln bezahlt werden.

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Die Galeries Lafayette zählen zu den Pionieren bei der Revitalisierung der Mitte nach dem Fall der Mauer. Das Kaufhaus zog in den Neubau des französischen Star-Architekten Jean Nouvel ein, der neben Oswald Maria Ungers und dem Büro Pei Cobb Freed &Partners die drei prägenden Neubauquartiere vor Ort errichtete. Die Blöcke gelten als Musterfälle der „kritischen Rekonstruktion“ nach Vorgaben des damaligen Senatsbaudirektors Hans Stimmann, zogen allerdings auch massive Kritik wegen ihres Volumens auf sich. Weil die Friedrichstraße seit Jahrzehnten um Kundschaft kämpft, im scharfen Wettbewerb der Berliner Einkaufsmeilen, hatte es wiederholt Gerüchte gegeben, die Galeries wollten aufgeben – bisher allesamt falsch. R. Schönball/L. Hofmann

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