Gegen Sperrstunden und für den Erhalt : Der Holzmarkt geht auf die Straße

Der Streit zwischen dem Bezirk und der Holzmarkt-Kreativszene eskaliert. Am Freitag wollen die Betreiber für einen Gegenentwurf zu Mediaspree demonstrieren.

Der Holzmarkt in der Holzmarkstraße 25 in Berlin-Friedrichshain.
Der Holzmarkt in der Holzmarkstraße 25 in Berlin-Friedrichshain.Foto: Kitty Kleist-Heinrich TSP

Zuletzt hatten sie nicht mehr miteinander gesprochen: die Holzmarkt-Kreativszene und der Friedrichshainer Baustadtrat Florian Schmidt (Grüne). Jetzt setzt das Berliner Vorzeigeprojekt am Spreeufer, "Holzmarkt 25", ein Zeichen im Streit mit dem Bezirk und geht am Freitagnachmittag mit Live-Musik auf die Straße – "für ein öffentliches Spreeufer" und "für einen lebendigen, bunten und toleranten Gegenentwurf zu Mediaspree".

Die Verkehrsinformationszentrale Berlin kündigte an, dass es zwischen 14 und 16 Uhr zu Verkehrsstörungen zwischen der Lichtenberger Straße und dem Stralauer Platz kommen könnte.

Konkret wenden sich die Betreiber des urbanen Kreativdorfs unter anderem gegen eine Sperrstunde um 21 Uhr, die der Bezirk angekündigt hatte.

Zuletzt sah es düster aus um das Holzmarkt-Areal. Die Holzmarkt-Genossenschaft hatte bereits Pläne für gemeinschaftliches Wohnen und Arbeiten auf dem 6000-Quadratmeter-Areal ausgearbeitet, doch die Planung für das "Eckwerk" im Bereich nördlich der Fernbahntrasse gegenüber dem Kreativdorf an der Spree war zum Stillstand gekommen. Baustadtrat Florian Schmidt (Grüne) entzog den Genossen die Unterstützung des Bezirks.

Schließlich mussten die Genossen wegen finanzieller Probleme auch die Erbpacht des Grundstücks an den Eigentümer Abendrot-Stiftung zurückgeben. Die Holzmarkt-Genossenschaft und die Eckwerk Entwicklungs GmbH drohten, auf den Planungskosten für die Hochhäuser sitzen zu bleiben. Deswegen verklagten sie den Bezirk zum Jahreswechsel 2018/19 auf Schadensersatz in Höhe von 19 Millionen Euro. Der Gesprächsfaden riss und wurde am 7. Juni 2019 von Baustadtrat Florian Schmidt wieder aufgenommen.

Wie es mit den Bebauungsplänen weitergeht, ist bislang unklar. Die Eigentümerin des Eckwerk-Grundstücks, die Schweizer Abendrot-Stiftung (Basel) könnte sich nach dem jahrelangen Warten auf eine Baugenehmigung zum Verkauf des Areals entschließen. Für den direkt am Wasser gelegenen Holzmarkt würde ein solcher Schritt womöglich das Aus bedeuten. Ein neuer Bebauungsplan sollte, so fordern die Initiatoren des Kreativgeländes, am Ergebnis des Bürgerbegehrens 2008 „Spreeufer für Alle“ anknüpfen und diesen Zusammenhang festklopfen.

Im Facebook-Event "Holzmarkt25 bleibt öffentlich" waren 1400 Demonstranten angemeldet und 6400 Personen hatten Interesse an der Demonstration angekündigt. Wie eine Sprecherin der Polizei sagte, sei die Kundgebung mit 400 Personen angemeldet worden.
smu

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