• Gemeinsame Sache in Lichtenberg: In der Orangerie Kiezspinne ist der Herbstputz angesagt

Gemeinsame Sache in Lichtenberg : In der Orangerie Kiezspinne ist der Herbstputz angesagt

Jäten, bewässern, rechen: Die ehrenamtlich Engagierten bringen den Garten auf Vordermann.

Paul F. Duwe
Die Kiezspinne Aktivist*innen Ingevelde Werner, Benno Amtsberg und Gisela Ließ gehören zum ehrenamtlichen Kernteam.
Die Kiezspinne Aktivist*innen Ingevelde Werner, Benno Amtsberg und Gisela Ließ gehören zum ehrenamtlichen Kernteam.Foto: Corinna von Bodisco

Der Herbstputz in der Orangerie Kiezspinne in Lichtenberg hat Tradition, doch wegen Corona musste er dieses Jahr kurzfristig ausfallen: Die Organisation des Mittagsbuffets sei nicht gesichert gewesen, erklärt Benno Amtsberg. „Das hätte man aber eigentlich schon geschafft“, findet er.

Amtsberg gehört mit Ingevelde Werner und Gisela Ließ zum ehrenamtlichen Kernteam des Gartens, das heute trotzdem Laub recht, den Garten bewässert, Unkraut jätet. Zum Garten gehören Beete mit Blumen und Gemüse, Hochbeete und seit einem Jahr auch ein Insektenhäuschen. „Viele Nachbarn schätzen den Garten“, weiß Amtsberg. Diesen Samstag halten sie bei der Kiezspinne die Stellung und lassen den Garten nicht allein - wie auch das ganze Jahr über. Corinna von Bodisco

Die Berliner Engel suchen Verstärkung

Anne-Katrin Lindner und Dieter Lindemann vom Verein „Berliner Engel für Bedürftige e.V.“.
Anne-Katrin Lindner und Dieter Lindemann vom Verein „Berliner Engel für Bedürftige e.V.“.Foto: Paul Duwe

Anne-Katrin Lindner und Dieter Lindemann räumen frisches Gemüse ins Regal und packen den Joghurt in den Kühlschrank. Für den Verein „Berliner Engel für Bedürftige e.V.“ betreuen sie den Laden in der Frankfurter Allee 268 ganz in der Nähe vom Bahnhof Lichtenberg. 

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Menschen, denen es nicht so gut geht, können dort „zum kleinen Preis“ abgelaufene Lebensmittel, aufgebrauchte Kleidung und Spielzeug kaufen. Rentner Dieter Lindemann: „Mir macht das Spaß hier. Was soll ich zu Hause herumsitzen. Hier bin ich nicht allein.“ 

Seine Kollegin Anne-Katrin Lindner ist gelernte Einzelhandelskauffrau: „Mich freut es, wenn ich Menschen helfen kann, die bedürftig sind.“ Aktuell werden weitere Mitstreiter gesucht. Dieter Lindemann: „Wir brauchen noch ehrenamtliche Fahrer und Beifahrer, die für uns die Warenspenden von den Lebensmittelmärkten abholen.“ 

Interessierte Frauen und Männer können sich gern werktags zwischen 8 und 15 Uhr vor Ort melden. Paul F. Duwe

Naturhof Malchow

Freiwillige helfen auf dem Naturhof Malchow.
Freiwillige helfen auf dem Naturhof Malchow.Foto: Corinna von Bodisco

Wer bei der Aufräumaktion des Schmetterlingshauses mit anpacken will, durchläuft erst einmal das Hofgelände vom idyllischen Naturhof Malchow: geradezu die Scheune und das Storchencafé, rechts der Hofladen. Zum Gewächshaus gelangen die Helfer durch einen Zaun, der in den „Erlebnisgarten“ führt. „Man hat sich nicht wirklich reingetraut“, berichtet Luisa Ilse, die auf dem Hof als Umweltmitarbeiterin tätig ist.

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Das Gewächshaus wurde ein wenig vernachlässigt, aber zum Glück haben sich sechs Freiwillige zum Helfen angemeldet. Das „tote Material“ wie Ilse es nennt, wurde größtenteils schon mit der Schubkarre weggefahren. Darunter kommen gelbe Steine zum Vorschein, auf denen „Thymian“, „fette Henne“ oder „Lavendel“ steht. „Alles gut für die Schmetterlinge!“, weiß Luisa Ilse.

Viele der Pflanzen sind in gutem Zustand, waren nur zugewachsen. Lina, eine der Freiwilligen, ist eine Stunde zur Aktion gefahren. „Ich habe Zeit und will etwas Gutes in der Natur tun“, erklärt sie mit einer Harke in der Hand. Die Schmetterlingsraupen - Kohlweißlinge und Zitronenfalter - werden es zu schätzen wissen. Corinna von Bodisco

Kochen im Heinrich-Treff

Im Kiezgarten des „Heinrich-Treff“ im Lichtenberger Weitlingkiez verschenken Freiwillige Kleidung.
Im Kiezgarten des „Heinrich-Treff“ im Lichtenberger Weitlingkiez verschenken Freiwillige Kleidung.Foto: Corinna von Bodisco

Es riecht nach Grillgut im Kiezgarten des „Heinrich-Treff“ im Lichtenberger Weitlingkiez und es ist einiges los: An Ständen gibt es Kleider zu verschenken, Salate, Kuchen, Eis, eine Band ist gekommen. Viele Nachbarn sind zusammengekommen, essen gemeinsam mit wohnungslosen Menschen. Seit Mai plante Albrecht Trübenbacher das Kiezfest an den Freiwilligentagen - nun ist es endlich so weit, das Fest kann stattfinden - dank der Hilfe von vielen ehrenamtlichen Helfern.

Auch da: Sozialstadtrat Kevin Hönicke - die SPD sponserte die Getränke - und die Bezirks-CDU. „Die Leute waren ausgehungert nach menschlichen Begegnungen“, berichtet Thorsten Schacht. „Ich bin gerade nochmal losgefahren", sagt der Pfarrer der Baptistengemeinde. Er holt Menschen ohne Obdach persönlich ab. Der Garten, 2011 eröffnet, ist eine Anlaufstelle im Kiez, es finden Konzerte, Feuer- und Hofkinoabende statt und die Nachbarschaft gestaltet den Ort mit. Corinna von Bodisco

Aufräumen beim "Strassenfeger", der Notübernachtung Storkower Strasse in Prenzlauer Berg
Aufräumen beim "Strassenfeger", der Notübernachtung Storkower Strasse in Prenzlauer BergFoto: Paul Duwe

Aufräumen im "Strassenfeger" in Lichtenberg

Da haben die Ehrenamtskoordinatin Ann Brügmann und ihre Kolleginnen vom Verein Strassenfeger e.V. kräftig mit angepackt. Zum Beginn der Engagementwoche am Montag wurden an der Notübernachtung für Obdachlose in der Storkower Straße 139c alte Matratzen, kaputte Kühlschränke, Holzbretter, Schrankwände und eine durchgelegene Couch von der BSR abgeholt. Mit zwei Fahrzeugen waren die Müllmänner René Hoppe und René Hemmerl vom Betriebshof Kniprodestraße gekommen, um die Entrümpelung sicher vonstatten gehen zu lassen. Gut 20 Kubikmeter Sperrmüll wurden schließlich verstaut. Die Notübernachtung in Prenzlauer Berg bietet 31 Menschen ein kurzfristiges Dach über dem Kopf. Sie erhalten ein gesundes Essen und werden von einem Sozialarbeiter umfassend beraten. Ann Brügmann: „Bei der Arbeit in der Notübernachtung helfen uns 35 Ehrenamtliche, vom Studenten über den Hartz-4-Empfänger bis zum ehemals selbst Betroffenen.“ Du

Wasser Marsch! beim AWO Margaretentreff in Lichtenberg
Wasser Marsch! beim AWO Margaretentreff in LichtenbergFoto: AWO

"Wasser Marsch" beim Margaretentreff in Lichtenberg

Am Montag ist der AWO „Margaretentreff“ mit engagierten Nachbarinnen und Nachbaren mit einer Baumbewässerungsaktion in die Woche der Freiwilligentage gestartet. Unter dem Motto „Wasser Marsch. Wir gießen gemeinsam Bäume“ fanden sich über ein Dutzend große und kleine Helfer*innen. Das warme Wetter lud regelrecht dazu ein Wasser zu verteilen. Es wurden kleine Gießkannen, Eimer und Bollerwagen mitgebracht.  Zum Befüllen stand an der Ecke von Zachertstraße und Kraetkestraße ein Wasserstandrohr zur Verfügung, das von den Mitarbeitenden des AWO „Margaretentreffs“ bei den Berliner Wasserbetrieben ausgeliehen wurde.  24 Bäume haben die fleißigen Gießteams mit reichlich Wasser versorgt und damit einen kleinen Beitrag zum Erhalt der Straßenbäume geleistet. Karoline Dietel

Stolperstein putzen in Lichtenberg
Stolperstein putzen in LichtenbergFoto: tsp

Gelebtes Miteinander- Schrauben in der Garage10

„Schrauben verbindet“, davon sind die Engagierten in der Garage10 überzeugt. Am 18.09.2020 öffnen sie ihre Werkstatt im Rahmen der Freiwilligentage 2020 für alle Interessierten. In der Garage 10 werden seit 2015 gemeinsam Fahrräder repariert, die geflüchteten Menschen zukommen. Alle, die hier etwas bekommen, müssen aber auch helfen:. “Was nichts kostet ist sonst nichts wert“, so der Engagierte Michael, außerdem könnte nur dadurch das Gefühl für Gemeinsamkeit entstehen. An diesem Tag entsteht viel davon:  so dreht der Senior Herr Kaupke geduldig Speichen in eine Felge, während der Autist Fritz eine Bremse repariert. Die Seniorin Renate hat ihr eigenes Rad zur Reparatur abgegeben, dafür räumt sie den Werkzeugraum auf. Später kommen noch Ali und Hossein mit ihren defekten Rändern vorbei. „Solche tollen Projekte müssen erhalten bleiben“, meint der junge Besucher Erik, und: „Ich werde wiederkommen!“

Trödelmarkt zugunsten von Obdachlosen am Storchenhof

Am Storchenhof in Alt Hohenschönhausen gab es am Donnerstag einen Trödelmarkt. Angeboten wurden sie von der oskar | freiwilligenagentur lichtenberg am 17. September bei einem „1 Euro-Trödel für den guten Zweck“. Ort des Geschehens war der Markt vor dem Storchenhof. Zur Mittagsstunde geht es los. Mehrere Tische sind zu einer längeren Tafel zusammen gestellt. Auf einem Teil liegen Bücher, die darauf warten erneut gelesen zu werden. Auf dem anderen Teil befindet sich so manches Liebgewonnene, das aber doch nur in der Wohnung herum steht. Alles gibt es für 1 EURO. Manche geben auch etwas mehr. Der Erlös des Trödels wird gespendet der Geflüchteten-Unterkunft Degnerstraße für Spielzeug, Bücher und Bastelmaterial.

Garage10 - Fahrräder für Geflüchtete in Lichtenberg
Garage10 - Fahrräder für Geflüchtete in LichtenbergFoto: tsp

Erinnern und Gedenken in Alt-Lichtenberg - Stolpersteine putzen

Niemals vergessen! Unter diesem Motto stand die Aktion „Erinnern und Gedenken in Alt-Lichtenberg - Stolpersteine putzen“ am 11.9.2020. Und die ca. 30 Teilnehmenden waren sich einig: das Erinnern an im Nationalsozialismus ermordete Nachbar*innen ist 2020 so wichtig wie lange nicht mehr. Beim Rundgang durch den Nibelungenkiez wurden die Messingsteine mit Schwamm und Paste zum strahlen gebracht und Blumen niedergelegt, während die Biografien der ermordeten Jüdinnen und Juden oder Widerstandskämpfer*innen vorgelesen wurden. Einen atmosphärischen und symbolträchtigen Abschluss fand die Aktion mit einem kleinen Bratschenkonzert gegenüber der jüdisch geführten Kiezkneipe „Morgen wird besser“, auf die erst wenige Wochen zuvor ein Brandanschlag verübt worden war. Fiona Finke

Storchenhof: Trödelmarkt für Obdachlose in Lichtenberg
Storchenhof: Trödelmarkt für Obdachlose in LichtenbergFoto: promo

Gartenbewässerung bauen bei GIB in Niederschönhausen

Ein großer, bunter, sonnendurchfluteter Garten in Niederschönhausen. Hier betreut der GIB e.V. Menschen mit Behinderungen. Damit auch in Zeiten sommerlicher Dürre der Garten die Gemüter erfreut, wurde eine Bewässerungsleitung gelegt. Acht junge Unternehmensberater und -beraterinnen von BAIN & Company trafen sich mit den Betreuten, um gemeinsam den dafür nötigen Graben auszuheben. Verstärkung erhielten sie von zwei in Berlin lebenden Geflüchteten aus Afghanistan und Darfur. Der eine oder andere Spatenstich wurde auch von den Betreuten getan. Die Helferinnen und Helfer nehmen ein Andenken an diese Aktion mit nach Hause und ins Büro: Arbeiten mit Betreuten bei GIB heißt, die Perspektive des Anderen einzunehmen. Niemanden den eigenen Weg aufzuzwingen. Wenn mein Plan nicht deiner ist, finden wir einen gemeinsamen Weg. Andrea Baars

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