Berlin : Grob entsehnt

Matthias Oloew

Erst die Mehrwertsteuererhöhung, jetzt der Gammelfleischskandal: Beides zusammengenommen wird unweigerlich dazu führen, dass der Döner, in innerstädtischen Teilen Berlins Nahrungsmittel Nummer eins, bald teurer wird. Drei Euro seien angemessen, sagen Döner-Hersteller. Drei Euro! Können wir uns das noch leisten?

Ein Blick in die „Festschreibung der Berliner Verkehrsauffassung für das Fleischerzeugnis Dönerkebap“ zeigt, was drin sein soll: Nur Fleisch von Kalb, Rind oder Schaf dürfe verwendet werden, Mischungen seien zulässig. Das Fleisch müsse der Berliner Hackfleisch-Verordnung genügen (grob entsehnt, grob entfettet und maximal 20 Prozent Fett). Das Hackfleisch sei „nicht zu wolfen und zu mengen; es wird nicht gekuttert. Brühwurstbrät wird nicht verwendet.“

Dass kein Gammelfleisch drin sein darf, wird nicht ausdrücklich erwähnt. Aber trotzdem sollte uns diese Leckerei drei Euro wert sein, oder?

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