Gründerszene im Roten Rathaus : Wen Michael Müller zum Startup-Gipfel geladen hat

Berlins Regierender Bürgermeister will das Verhältnis des Senats zu den Start-ups verbessern. Für Montag ruft er einige der wichtigsten Protagonisten zusammen

Kontaktaufnahme: Michael Müller berührt am 12. Juni 2019 bei seinem Besuch im CityLAB Berlin im ehemaligen Tempelhofer Flughafen einen sprechenden Roboter, der irgendwann in der Verwaltung den Besuchern helfen soll. Im CityLAB sollen digitale Projekte in einem Netzwerk aus Verwaltung, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Startups gestaltet werden.
Kontaktaufnahme: Michael Müller berührt am 12. Juni 2019 bei seinem Besuch im CityLAB Berlin im ehemaligen Tempelhofer Flughafen...Foto: Paul Zinken/dpa

Im April 2018 war Michael Müller von Florian Nöll, dem Chef des Bundesverbandes Deutsche Startups, in einem Offenen Brief persönlich angegangen worden. Nöll, der auch für die CDU für einen Sitz im Abgeordnetenhaus kandidiert hatte, warf dem SPD-Mann Ignoranz und Desinteresse vor. Müllers Senat würde „Gründer und Jungunternehmen aus der Stadt vergraulen“. Der Regierende wies damals die Form der Kritik zurück, räumte aber ein, „dass wir an der einen oder anderen Stelle noch besser werden können“.

Im Januar diskutierte Müller dann mit Start-up-Vertretern beim „Gründerfrühstück“, einem Format des Technologieverbandes Bitkom. Dort sagte er, dass er den Dialog mit der Szene weiter vertiefen wolle. Vor diesem Hintergrund hat Müller nun für kommenden Montag (1. Juli 2019) um 16 Uhr eine prominent besetzte Runde in Sitzungssaal des Roten Rathauses geladen.

Müller erwartet "vertrauensvolle und konstruktive" Gespräche

Auf der Tagesordnung stehen angeblich drei Themen: Infrastruktur inklusive Büroflächen und Internetversorgung, Finanzierung und die Ausschreibungspraxis der Berliner Behörden. „Der Runde Tisch soll keine Showveranstaltung sein – es geht darum, vertrauensvoll und konstruktiv über die Themen und Anliegen zu sprechen und dafür zu sorgen, dass diese am Ende auch angegangen werden", sagte Müller dem Tagesspiegel. Berlin sei der bei weitem bedeutendste Gründungsstandort Deutschlands.

Hinter diesen Mauen, im Senatssitzungssaal im Roten Rathaus, treffen sich am Montag führende Vertreter des Senats mit neun Vertreter der Gründerszene.
Hinter diesen Mauen, im Senatssitzungssaal im Roten Rathaus, treffen sich am Montag führende Vertreter des Senats mit neun...Foto: Sebastian Gollnow/dpa

"Gerade UnternehmerInnen aus dem Bereich der Digitalwirtschaft prägen die Stadt weit über das wirtschaftliche Geschehen hinaus. Diesen Gründergeist in Berlin zu unterstützen, ist mir wichtig", sagte Müller weiter. Und das im Übrigen nicht die Aufgabe eines Ressorts allein, sondern ein Thema für alle Verwaltungsebenen – als Aufgabe und als Chance.

Die Gästeliste: Politik, Verwaltung, Firmen und Verbänden

So sind neben Müller Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne), Christian Gaebler (Chef der Senatskanzlei), Frank Nägele (Staatssekretär für Verwaltungs- und Infrastrukturmodernisierung), Sabine Smentek, (Staatssekretärin für Informations- und Kommunikationstechnik) auf der Teilnehmerliste. Als Vertreter der Gründerszene sind geladen: Farina Schurzfeld (Selfapy), Antje Venjakob (oculid), Miriam Wohlfarth (RatePay), Christian Bogatu (Fresh Energy), Cornelius Frey (Opinary), Valentin Stalf (N26), Maxim Nohroudi (Door2Door), Christoph Stresing (Verband BVDS) und Niklas Veltkamp (Verband Bitkom).

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