Grüne Woche : Von Männern, Wurst und Bier

Alexander Fröhlich denkt über das Trink-Gelage in der Brandenburg-Halle der Grünen Woche nach. Eine Glosse.

Dietmar Woidke (SPD) mit der Hand am Zapfhahn - na, klar!
Dietmar Woidke (SPD) mit der Hand am Zapfhahn - na, klar!Foto: dpa

Brandenburg hat viel zu bieten. Nicht nur Wasser und Grün, damit gestresste Großstädter mal ausspannen und – dank der Funklöcher – digital entgiften können. Was die Mark wirklich ausmacht, ist aktuell zu besichtigen bei der Grünen Woche, wie jedes Jahr. In der Brandenburg-Halle: Wurst, Gurken, Schnaps, Bier und gewiss andere Spezialitäten. Knieperkohl vielleicht. Vor allem aber wichtige Männer mit Durchhaltevermögen. Wie am Montag. Der Landesvater, wie der Regierungschef in der Mark ironiefrei liebevoll genannt wird, auch der aktuelle Dietmar Woidke (SPD), dirigiert zur Eröffnung das schmissig aufspielende Polizeiorchester, schreitet die Formation der Buden ab. Keine darf ausgelassen werden. Fotos bitte: Zwischen Frauen in Trachten, in der Hand ein Tablett mit Wurst drauf. Oder am Zapfhahn. Dann mit dem Glas in der Hand, Bier, Schnaps, Prost! Wo bleibt das Herrengedeck? Und das alles im Dienste der Allgemeinheit.

Was lernen wir daraus, liebe Partyhauptstädter? Nicht erst am Donnerstag startet man ins Wochenende. Es geht auch früher. In Brandenburg wird schon am Montag ganz offiziell zugelangt. Entgiftet wird später. Ein Vorschlag für die Zukunft: Schafft endlich die Funklöcher ab, dann müssen die Märker in ihrer Furche auch nicht mehr so viel trinken. Und wenn nach dem Gedaddel am Handy ein „Digital Detox“ nötig wird, kann man immer noch nach …, äh, Sachsen-Anhalt fahren.

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