• Hauptverdächtiger im Fall Jonny K.: Der letzte Übergriff liegt nur vier Monate zurück

Staatsanwaltschaft sieht bei mutmaßlichen Mittätern Fluchtpotential

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Hauptverdächtiger im Fall Jonny K. : Der letzte Übergriff liegt nur vier Monate zurück
In der Marienkirche zeigt Tina einen Anhänger in die Kameras. Jeder in der Familie hat ein. Auch ihr getöteter Bruder Jonny.Weitere Bilder anzeigen
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24.10.2012 18:04In der Marienkirche zeigt Tina einen Anhänger in die Kameras. Jeder in der Familie hat ein. Auch ihr getöteter Bruder Jonny.

Onur U. lebte bis zur Flucht bei seinen Eltern in Wedding. Treffen die Vorwürfe zu, so hatten alle bisher gegen ihn verhängten Jugendstrafen nicht die Wirkung, die sich der Gesetzgeber davon verspricht. Der kurzfristige Freiheitsentzug im Jugendarrest gilt laut Jugendgerichtsgesetz zugleich als Sanktionierung und als Erziehungsmaßnahme. In Berlin sind die straffällig gewordenen Jugendlichen in Lichtenrade pädagogisch betreut untergebracht. Sie sollen laut Justizverwaltung „durch strukturierte Betreuungsangebote Lebenshilfen erhalten“. Dazu gehören Beschäftigungen bis zur beruflichen Weiterbildung. Das Anti-Aggressions-Training soll nach Angaben der Landeskommission Berlin gegen Gewalt die Hemmschwelle für aggressives Handeln erhöhen und die Jugendlichen befähigen „alternative Konfliktlösungsmöglichkeiten“ zu entwickeln. Inwieweit dies zum Erfolg führt, wird aber aus Sicht von Kritikern noch ungenügend wissenschaftlich ausgewertet. „In den Kursen werden teils unterschiedliche Methoden angewandt, man müsste sich dringend auf bestimmte Standards verständigen und die Evaluierung verbessern“, sagt der rechtspolitische Sprecher der Grünen, Dirk Behrendt. Den Jugendarrest hält er für kaum wirksam: „Da gibt es bundesweit Rückfallquoten von bis zu 80 Prozent.“

Trauerfeier für Jonny K.
Hunderte Berliner kamen nach Westend, um von Jonny K. Abschied zu nehmen.Weitere Bilder anzeigen
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28.10.2012 14:58Hunderte Berliner kamen nach Westend, um von Jonny K. Abschied zu nehmen.

Über die Beschwerde der Staatsanwaltschaft gegen die Freilassung des bereits gefassten 21 Jahre alten mutmaßlichen Mittäters wird voraussichtlich in dieser Woche entschieden. Die Staatsanwaltschaft hatte gegen ihn und einen gleichfalls festgenommenen 19-Jährigen Haftbefehle beantragt. In beiden Fällen verhängte ein Haftrichter aber keine Untersuchungshaft mit dem Hinweis, die Männer seien teils geständig und hätten familiäre Bindungen. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft ist die Schwere der Straftat dagegen „ein hoher Anreiz zur Flucht.“ Gegen den 21-Jährigen wird wegen Körperverletzung mit Todesfolge ermittelt. Von Mord ist nicht die Rede. Dies würde voraussetzen, dass die Täter vorsätzlich töteten. Das ist nach bisherigen Erkenntnissen nicht der Fall.

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