Hitzewelle in Berlin und Brandenburg : 38 Grad ab Mittwoch – und kein Regen in Sicht

Deutschland steht eine Hitzewelle bevor, die Rekorde brechen dürfte. Möglicherweise nähern sich die Temperaturen mehrfach der Marke von 40 Grad.

In den nächsten Tagen haben alle eine Erfrischung dringend nötig.
In den nächsten Tagen haben alle eine Erfrischung dringend nötig.Foto: dpa

Wer es nächste Woche nicht allzu heiß haben möchte, sollte vielleicht nach Sizilien reisen oder nach Kreta. Berlin und Brandenburg dagegen steht eine fast beispiellose Hitzewelle bevor. Dieser Sonntag könnte der vorerst letzte Tag sein, an dem das Thermometer unter 30 Grad bleibt. Am Montag kann es schon knapp über die Marke steigen, die für Meteorologen einen „Hitzetag“ ausmacht, wie Lisa-Marie Schulze vom Wetterdienst Meteogroup sagt. Im südlichen Brandenburg soll es schon zu Wochenbeginn noch wärmer werden, während nach Norden hin die Ostsee etwas kühlend wirkt.

Das gilt prinzipiell auch für die Folgetage, aber auf höherem Niveau: Dienstag können es in Berlin 35 Grad werden, „und für Mittwoch sehen die Wettermodelle ziemlich übereinstimmend den Höhepunkt“, sagt Schulze: 38 Grad in Berlin, 39 Grad Richtung Lausitz. Damit dürfte der bisherige Monatsrekord von 36,1 Grad, gemessen am 20. Juni 2000 in Dahlem, übertroffen werden. Die Wahrscheinlichkeit dafür, dass der Juni 2019 der heißeste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor über 120 Jahren wird, steigt weiter.

Eher Saharastaub als Wolken

Zwar sind sich die Wettermodelle für die zweite Wochenhälfte bisher uneins, aber wirklich frisch wird es keinesfalls: Die Spanne der Prognosen reicht von 30 bis 33 Grad in der „kühlen“ Variante bis zu 39 Grad noch am nächsten Sonnabend. Viel hängt davon ab, ob in der zweiten Wochenhälfte ein spürbarer Nordostwind aufkommt, der ein wenig Abkühlung brächte.

Auf Schatten spendendes Gewölk brauchen die Berliner dagegen kaum zu hoffen: Die Luft kommt direkt aus Afrika und bringt allenfalls Saharastaub mit, der den Himmel ein wenig trüben kann, aber kaum Feuchtigkeit. Dadurch wird es immerhin nicht schwül und kann auch nachts noch etwas besser abkühlen als bei feuchter Luft. Tagsüber aber brennt die Sonne gnadenlos und bis zu 16 Stunden lang, da die Tage Ende Juni die längsten des Jahres sind.

Die Trockenheit verschärft sich weiter

Für Ferienkinder bedeutet das, dass Sonnenschutz in den kommenden Tagen besonders wichtig ist. Auch eine Wasserflasche in Reichweite sollte zur Minimalausrüstung zählen. Vor allem ältere Menschen trinken erfahrungsgemäß oft zu wenig, was das Risiko von Kreislaufproblemen bei der Hitze zusätzlich erhöht.

Für die Natur sind die Aussichten ebenfalls dramatisch, da die Trockenheit sich weiter verschärft. Zwar hat der Juni beispielsweise in Dahlem mit 75 Litern Regen pro Quadratmeter sein statistisches Regensoll bereits übererfüllt, aber zwei Drittel davon kamen beim Gewitter am 11. Juni herunter – während es anderswo nicht mal halb so viel war.

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