• Höchststrafe für Ali K.?: Fall Georgine Krüger – Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft

Höchststrafe für Ali K.? : Fall Georgine Krüger – Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft

Die damals 14-jährige Schülerin verschwand 2006. Vor dem Landgericht läuft nun der Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder. Das Urteil soll am 17. März fallen.

Die Staatsanwaltschaft fordert eine lebenslange Haftstrafe für den 44-jährigen Angeklagten.
Die Staatsanwaltschaft fordert eine lebenslange Haftstrafe für den 44-jährigen Angeklagten.Foto: Paul Zinken/dpa

Für den Staatsanwalt steht nach rund siebenmonatigem Prozess fest: Ali K. habe die vor mehr als 13 Jahren verschwundene Schülerin Georgine Krüger in einen Keller gelockt, niedergeschlagen, vergewaltigt und zur Verdeckung dieser Tat erwürgt.

Eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes forderte der Ankläger am Dienstag in seinem Plädoyer vor dem Landgericht. Auch sei eine besondere Schwere der Schuld festzustellen. Perfide habe der 44-Jährige K. die Tat begangen.

Georgine Krüger verschwand am 25. September 2006. Die damals 14-Jährige stieg nach der Schule um 13.50 Uhr in Moabit aus dem Bus. Ihr Telefon habe sich zu dem Zeitpunkt in derselben Funkzelle befunden wie das von K., so der Ankläger. Um 14.06 Uhr wurde ihr Handy ausgeschaltet. Nicht weit von ihrem Wohnhaus entfernt. „Es loggte sich nicht mehr ein.“

Erst 2016 war Ali K. im Fall Georgine unter Verdacht geraten – seine Verurteilung wegen sexueller Nötigung einer Jugendlichen, die er 2011 in seinen Keller gelockt hatte, sowie Hinweise, dass er sich immer wieder Mädchen genähert habe, brachte die Ermittler auf die Spur des Deutschen mit türkischen Wurzeln.

Drei verdeckte Ermittler wurden auf ihn angesetzt. Ihr Einsatz sei „höchst erfolgreich und mit großer kriminalistischer List“ erfolgt, sagte der Staatsanwalt.

Die vor zehn Jahren verschwundene Georgine Krüger aus Berlin-Moabit.
Die vor zehn Jahren verschwundene Georgine Krüger aus Berlin-Moabit.Foto: Polizei Berlin / dpa

Ali K. hatte gegenüber einem verdeckten Ermittler die Tötung der Schülerin gestanden und geschildert. Seine Verteidiger wurden im Prozess nicht müde, dies als eine „provozierte falsche Selbstbelastung“ zu bezeichnen, worauf kein Schuldspruch zu stützen sei. Bei der Polizei hatte K. bestritten, im Prozess schwieg der Familienvater.

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Staatsanwalt Martin Glage erklärte nun, die verdeckten Ermittler hätten ihr Befugnisse nicht überschritten. K. habe klassisches Täterwissen offenbart. Detailreich habe er berichtet, wie er Tasche und Handy von Georgine habe verschwinden lassen, ihre Leiche in einen Teppich gewickelt und entsorgt habe.

Es entspreche auch seinem Charakter, „dass er sich Mädchen nähert, um seine sexuellen Gelüste auszuleben und Macht auszuüben“. Ali K. hofft auf Freispruch. Als das Plädoyer der Verteidigung begann, wischte er sich die Augen. Das Urteil wird voraussichtlich am 17. März verkündet.

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