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Identitätsdiebstahl : Bundesratsinitiative will Verbraucher besser schützen

In Berlin wurden 2018 allein 30.009 Fälle von Waren- und Warenkreditbetrug registriert. Die Initiative soll nun für mehr Transparenz sorgen.

Allein in Berlin wurden 2018 30.009 Fälle von Waren- und Warenkreditbetrug registriert.
Allein in Berlin wurden 2018 30.009 Fälle von Waren- und Warenkreditbetrug registriert.Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Das Land Berlin will Verbraucher künftig besser vor Identitätsdiebstahl schützen und hat dazu eine Bundesratsinitiative im Senat verabschiedet.

In Berlin wurden 2018 allein 30.009 Fälle von Waren- und Warenkreditbetrug registriert. 67,7 Prozent der Betrugsfälle fanden im Internet statt. Auch 40 Parlamentarier wurden Opfer von Identitätsmissbrauch. Neben Mahnverfahren drohen Eintragungen bei der Schufa, die man ohne Anwalt meist nicht mehr löschen kann.

Das Ziel des Senats: mehr Transparenz bei Schufa und anderen Unternehmen, die Bonitätsprüfungen vornehmen. Wenn ein Warenhaus, das Waren auf Rechnung versendet, keine Zahlung verzeichnet, gibt es die Forderungen meist an ein Inkassounternehmen ab.

Dieses ermittelt die Adresse des vermeintlichen Schuldners. Oft erfolgt schon parallel zur Mahnung eine Meldung an die Schufa. Wer Einsicht in seine Daten bei der Schufa erhalten will, muss in der Regel ein kostenpflichtiges Abonnement abschließen. Allerdings kann jeder Verbraucher pro Jahr einmal eine Kopie der personenbezogenen Daten kostenlos anfordern nach Artikel 15 der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Schufa-Sprecherin Anna-Lena Rawe sagte dem Tagesspiegel, die Auskunft könne sogar mehrfach kostenlos pro Jahr angefordert werden. Auf der Datenkopie seien unter anderem die Unternehmen aufgelistet, die eine Auskunft angefordert hatten, und an welche Unternehmen die Schufa Daten weitergeleitet hat. Wenn Verbraucher nachweislich den Hinweis geben, dass sie bei Negativeinträgen Opfer von Identitätsdiebstahl sind, werden Einträge gelöscht. Datenkopien können online über das Portal www.meineschufa.de bestellt werden. Stiftung Warentest weist darauf hin, dass man darauf achten solle, ob nur allgemeine Scores oder auch Einzelscores über Kredite, Telekommunikationsunternehmen oder Handel vermittelt werden. Außerdem böten einige Auskunfteien eigentlich kostenlose Auskünfte auch gegen Gebühr an.

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