Innovationscampus in Berlin : Brandenburg freut sich über Siemens-Investition

Brandenburgs Politik ist begeistert und sieht die Siemens-Entscheidung, für 600 Millionen Euro einen Innovationscampus zu errichten, als Chance.

Das Siemens-Logo zu sehen auf einem Gebäude in der Siemensstadt in Berlin.
Das Siemens-Logo zu sehen auf einem Gebäude in der Siemensstadt in Berlin.Foto: Reuters/Hannibal Hanschke

Auch in Brandenburg ist die Entscheidung von Siemens, in Berlin-Spandau für 600 Millionen Euro einen „Innovationscampus“ zu errichten, mit großem Interesse und auch mit Freude aufgenommen worden. „Das ist eine sehr gute Nachricht auch für uns, denn eine solche zukunftsorientierte Großinvestition strahlt natürlich auch über Landesgrenzen hinaus“, sagte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) dem Tagesspiegel. Siemens sei ein wichtiger Partner, der auch in Brandenburg bereits seit vielen Jahren erfolgreich in den unterschiedlichsten Bereichen wie der Speicher-, Triebwerks- und Kraftwerkstechnologie engagiert sei, nicht zuletzt durch das Siemens Testzentrum in Ludwigsfelde.

„Ich freue mich sehr, dass sich Siemens damit zu seinem historischen Standort bekennt und zur guten Entwicklung von Berlin-Brandenburg beiträgt“, sagte Woidke weiter und sprach damit Heiko Müller direkt aus dem Herzen. Der 59-Jährige ist Bürgermeister von Falkensee, das direkt an Spandau grenzt, und hat sich über die Nachricht aus einem ganz besonderen Grund gefreut: „Es ist fast ein wenig wie eine Rückkehr zu den Wurzeln, denn schon in den 20er und 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts haben viele Siemens-Angestellte in Falkensee gewohnt. Sie hatten dort ihr Häuschen auf dem Land und sind jeden Tag nach Siemensstadt gefahren – übrigens fuhren die Bahnen damals auch schon im 20-Minuten-Takt. Allerdings war damals eine Dampflok vor die Wagen gespannt.“

Nicht nur eine Chance für Berlin

Durch Mauer und deutsche Teilung sei die Verbindung dann zwar gekappt worden, aber nach 1989 habe sich die Einwohnerzahl von Falkensee von 21.000 auf 44.000 mehr als verdoppelt. Ähnlich sei es in den umliegenden Orten wie Dallgow-Döberitz, Wustermark oder Brieselang. „Schon allein deshalb ist ein Ausbau der Verkehrswege auf der Straße und der Schiene wichtig und auch bereits in Planung“, sagt Heiko Müller. Immerhin pendele ein Großteil der neuen Einwohner zur Arbeit nach Berlin: „Es gibt Untersuchungen, dass noch viel mehr auf die Schiene umsteigen würden, wenn die Verbindung ausgebaut würde. Ob das mit einer Verlängerung der S-Bahn von Spandau über Falkensee-Finkenkrug bis Nauen geschieht oder durch einen Ausbau der Regionalbahn ist noch nicht entschieden. Sicher wird aber das neue Innovationszentrum in Spandau zu einer schnelleren Entscheidung und Umsetzung der Pläne beitragen.“

Dass nicht nur das direkte Umland von der Investition profitieren wird, betont Brandenburgs neuer Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (parteilos, für SPD). „Ich habe gerade Berlins Wirtschaftssenatorin Ramona Pop persönlich meine Glückwünsche überbracht“, sagte er am Donnerstag. „Wenn wir das Thema Metropolregion ernst nehmen, können wir uns nur mit den Berliner Kollegen freuen und mit ihnen gemeinsam alle unsere Chancen nutzen.“ Steinbach, bis vor kurzem noch Präsident der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) in Cottbus, sagte weiter: „Ich denke, dass meine ehemaligen Kollegen in der Lausitz schon in den Startlöchern stehen, um diese Chance beim Schopf zu fassen. Immerhin gibt es schon Kooperationen mit Siemens, aber auch mit der TU Berlin.“

Die Siemens-Investition ist ein positives Signal für die Lausitz

Ministerpräsident Woidke bringt die Lausitz noch aus einem anderen Grund ins Gespräch. Gerade angesichts der Diskussionen um den Kohleausstieg und die gefährdeten Arbeitsplätze sei die Siemens-Investition ein positives Signal, weil dadurch auch die Energiekompetenz der Gesamtregion Berlin-Brandenburg weiter an Bedeutung gewinnen werde.

Überhaupt sei Brandenburg hierfür mit seinen umfangreichen Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen, seiner Start-Up-Szene und seinen vorhandenen Industriepartnern wie beispielsweise Rolls-Royce in Dahlewitz bestens zur Unterstützung der Weiterentwicklung von Siemens in der Hauptstadtregion aufgestellt.

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