Internationaler Frauenkampftag : Berliner SPD: 8. März soll gesetzlicher Feiertag werden

Beim Landesparteitag einigten sich die Genossen auf den Frauentag. Es sei wichtig, die Frauenrechte weltweit zu stärken, sagte Familienministerin Giffey.

Franziska Giffey (SPD), Bundesministerin für Familie, auf dem Landesparteitag der Berliner SPD
Franziska Giffey (SPD), Bundesministerin für Familie, auf dem Landesparteitag der Berliner SPDFoto: Gregor Fischer/dpa

Auf ihrem Landesparteitag am Sonnabend fasste die Berliner SPD einen Beschluss mit öffentlicher Breitenwirkung. Es geht um einen zusätzlichen Feiertag für Berlin. Bisher sah sich Rot-Rot-Grün nicht in der Lage, einen gemeinsamen Termin zu finden. Überraschenderweise einigten sich die Sozialdemokraten am Sonnabend auf den 8. März – also den Internationalen Frauenkampftag, der seit 1921 begangen wird, bisher aber kein gesetzlicher Feiertag ist. Anträge für einen Feiertag am 8. Mai (Tag der Befreiung) bzw. den 9. Mai (Europatag) wurden zurückgezogen und der Frauentag einstimmig beschlossen.

Für den endgültigen Stimmungsumschwung sorgten die Bundesfamilienministerin Franziska Giffey und der Regierende Bürgermeister und SPD-Landeschef Michael Müller. Es sei wichtig, die Frauenrechte weltweit zu stärken, sagte Giffey in einem kurzen, aber sehr emotionalen Plädoyer. Auch Müller vertrat die Meinung, dass „für die Gleichstellung der Frauen noch viel zu tun ist“. Bisher hatte er sich für den 18. März, also den Tag der deutschen Märzrevolution 1848 ausgesprochen, aber es wäre nicht gut, so der Parteichef, bei diesem Thema eine Kontroverse auf dem Parteitag anzuzetteln. Der 18. März, oder auch der 8. Mai ließen sich auch anders würdigen.

Großer Jubel bei den Delegierten, vor allem die Initiatorin einer Online-Petition für den Frauentag, die SPD-Abgeordnete und Ex-Staatssekretärin Iris Spranger, spazierte nach der Abstimmung glücklich durch die Reihen der Delegierten. Nun gehe es darum, sagte sie, den Beschluss schnell umzusetzen. Spranger geht davon aus, sich mit Linken und Grünen zügig auf den 8. März einigen zu können. Das wäre auch sehr arbeitnehmerfreundlich, denn der nächste 8. März fällt auf einen Freitag.

Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!

26 Kommentare

Neuester Kommentar