Berlin : Je älter, desto preiswerter

Schloss Herrenstein macht „fit ab fünfzig“

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Ein frühes Geburtsdatum hilft auf Schloss Herrenstein inmitten der Uckermark Geld sparen. Denn wer sich mit einem Partner für das Angebot „Fit ab 50“ entscheidet, erhält für den Begleiter oder die Begleiterin einen Rabatt in Höhe des Lebensalters. Der gilt für fünf Übernachtungen und viele Angebote zum Bewegen an der Luft, im Hallenbad mit Sauna oder im Fitness-Raum.

Andere Programme tragen nicht weniger verlockende Namen: „Zeit für mich“, „Entspannung pur“ oder „Eine Oase der Ruhe“. Während des Aufenthaltes können die Gäste unter anderem Gesichtsbehandlungen, Ganzkörper- und Entspannungsmassagen und Aromaölbäder genießen. Auch ohne Übernachtung sind die Annehmlichkeiten des Schlosses und des separaten Wellnessbereichs zu nutzen. Dann entscheidet man sich einfach für den „Wellnesstag“ mit Sektfrühstück, Massagen, Gesichtsbehandlung, Maniküre oder Pediküre, einem Aromabad und Besuchen im Schwimmbad und in der Sauna für 119 Euro. Der Pool wird im Laufe des Jahres erneuert und erweitert. Als der vor längerer Zeit geplant wurde, hatte man das Interesse der Gäste an gesunden Schwimmzügen einfach unterschätzt.

Doch Angebote zum Wandern, Radfahren, Reiten, Tennis, Minigolf reichen in dieser Atmosphäre offenbar nicht aus. Die Freizeit, so besagen Erfahrungen vieler Touristiker gerade in Brandenburg, wollen die meisten Gäste inzwischen so effektiv wie möglich verbringen. Oder, kurz gesagt: Faulenzen ist out. Der Alltag auf Schloss Herrenstein kommt dieser Auffassung entgegen.

Dazu kommt noch die psychologische Wirkung der Massagen, Anwendungen und Wohlfühlbäder. „Wer immerzu von einer gesunden Lebensweise erfährt und sich im Bereich Wellness einfach wohl fühlt, will seinem Körper auch sonst etwas Gutes tun“, lautet auch auf Herrenstein die Erklärung für den Spaß an Aktiv-Programmen.

Platz gibt es in und um Herrenstein genug. Mit einer Bevölkerungsdichte von 19 Einwohnern auf einen Quadratkilometer liegt das Amt Gerswalde, zu dem Herrenstein zählt, ganz hinten in Europa. Das Schloss aus dem Jahr 1890 geht auf das Adelsgeschlecht derer von Arnim zurück, das in der Uckermark und in anderen Gegenden 750 Jahre lang den Lauf der Zeit bestimmte.

Nach dem Kriegsende 1945 diente das Haus als Flüchtlingsunterkunft. Erst 1981 zogen die letzten Bewohner aus. Danach begann es zu verfallen, erst die Wiedervereinigung bot die Chance. dem ein Ende zu setzen. Mitte der neunziger Jahre eröffnete im Schloss mit dem Traditionsnamen das jetzige Vier-Sterne-Hotel. Ste.

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