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Kantstraße in Berlin-Charlottenburg : Tot nach Verfolgungsjagd: War der Fahrer betrunken?

In der Kantstraße rammt ein Auto auf der Flucht vor der Polizei zwei Fahrzeuge und eine 22 Jahre alte Radfahrerin. Im Auto saß auch ein 14-Jähriger.

Blumen am Tatort.
Blumen am Tatort.Foto: dpa

Bei einer Verfolgungsjagd ist es am Mittwochabend in der City-West zu einem schweren Verkehrsunfall gekommen. Auf der Flucht vor einer Polizeistreife rammte ein Audi an der Kreuzung von Kantstraße und Windscheidstraße zwei unbeteiligte Autos. Außerdem erfasste der Wagen eine Radfahrerin, die einer Polizeisprecherin zufolge noch an der Unfallstelle verstarb. Am Donnerstagmorgen konnte die Polizei mitteilen, dass die Frau erst 22 Jahre alt war.

Ein Täter "in kritischem Zustand"

Seit dem Vormittag ist auch mehr über die drei Kriminellen zu erfahren: Der Fahrer ist 27 Jahre alt und war betrunken. Wie viel Promille er hatte, ist unbekannt - das soll eine Blutprobe klären. Der Mann ist bisher nicht polizeilich aufgefallen. Seine beiden Komplizen, 14 und 18 Jahre alt, sind schwer verletzt; der ältere ist laut Polizei "in einem kritischen Zustand und musste notoperiert werden".

Polizei kannte zwei der Männer wegen Diebstählen

Die beiden jüngeren Täter sind hingegen der Berliner Polizei bereits bekannt. "Nicht als Intensivstraftäter, aber durch Diebstahl an und aus Kfz", sagte eine Sprecherin. Die Männer haben alle drei die serbische Staatsangehörigkeit und sind in Berlin gemeldet.

Die 22-Jährige war auf dem Bürgersteig unterwegs

Die Frau - sie ist in Berlin gemeldet - war nach Polizeiangaben auf dem Bürgersteig unterwegs, als der Audi über die Kreuzung raste und sie mit hoher Geschwindigkeit rammte. Augenzeugen und die Feuerwehr hatten zuvor berichtet, die junge Frau habe ihr Rad gerade über die Straße schieben wollen. Trotz Reanimationsversuchen der Nothelfer starb die Frau noch am Unfallort. Nach Angaben der Feuerwehr wurden bei dem Unfall sechs weitere Menschen verletzt, zwei von ihnen schwer und vier leicht.

Nachgezeichnetete Schleifspuren auf der Windscheidstraße Ecke Kantstraße in Berlin
Nachgezeichnetete Schleifspuren auf der Windscheidstraße Ecke Kantstraße in BerlinFoto: dpa/Kay Nietfeld

Auto wurde gestoppt, da wurde der Polizist eingeklemmt

Ersten Ermittlungen zufolge hatten Beamte des Polizeiabschnittes ("Zivilfahnder") drei Männer in der Brandenburgischen Straße, Ecke Westfälische Straße, dabei ertappt, wie sie offenbar versuchten, Werkzeug oder Baumaschinen aus einem Ford Transit zu stehlen. Das Trio ergriff nach der Tat in dem Audi die Flucht - die Polizei wollte zugreifen: Ein Streifenwagen nahm die Verfolgung auf.

Am Stuttgarter Platz, Ecke Kaiser-Friedrich-Straße, gelang es den Polizisten, den Wagen zu stoppen. Ein Zivilfahnder stieg daraufhin aus, als der Fahrer des Fluchtwagens plötzlich vor- und zurücksetzte und ihn einklemmte. Der Beamte musste zur Behandlung in eine Klinik eingeliefert werden.

Fluchtwagen fährt nach Unfall noch weiter

Der Audi setzte seine Flucht fort. An der Kreuzung zur Windscheidstraße kam es schließlich zu der folgenschweren Kollision. Der Fluchtwagen sei zunächst mit zwei Autos kollidiert, die bei Grün die Straße überquerten, berichtete die Polizeisprecherin. In den beiden Autos saßen je eine Frau - eine 55-Jährige und eine 62-Jährige.

"Durch die Wucht des Aufpralls wurde der Audi gegen einen geparkten Opel Astra geschleudert, der kurz hinter der Ampel in der Windscheidstraße am rechten Fahrbahnrand parkte", hieß es am Morgen in der Tatbeschreibung der Polizei. "In diesem Zusammenhang wurde eine 22 Jahre alte Fußgängerin erfasst, die auf dem Gehweg ihr Fahrrad schob, und tödlich verletzt."

Ende einer Verfolgungsjagd: das schwer beschädigte Fluchtauto
Ende einer Verfolgungsjagd: das schwer beschädigte FluchtautoFoto: dpa/Paul Zinken

Der kam erst nach 100 bis 150 Meter zum Stehen. Nach einer ersten Einschätzung der Polizei war er mit hoher Geschwindigkeit unterwegs. In einer ersten Mitteilung hatte es noch geheißen, der Wagen sei weitergefahren.

Der Fahrer flüchtete zu Fuß weiter und wurde schließlich in der Pestalozzistraße gefasst. Die beiden Beifahrer traf die Polizei noch im Auto an. Sie wurden ebenfalls festgenommen.

Feuerwehr und Rettungsdienst wurden gegen 21.30 Uhr alarmiert und rückten mit 20 Fahrzeugen aus. 60 Kräfte waren im Einsatz. Die Notfallseelsorge kümmerte sich um Passanten, die Zeugen des Unfalls wurden. Der Einsatz dauerte bis 3 Uhr.

Die Kantstraße wurde zwischen Suarezstraße und Kaiser-Friedrich-Straße gesperrt. Nach Polizeiangaben dürfte die Unfallaufnahme mehrere Stunden andauern. Die Polizeisprecherin bezeichnete die Kreuzung als "Trümmerfeld". (mit dpa)

Einer der bei dem Unfall gerammten Kleinwagen.
Einer der bei dem Unfall gerammten Wagen.Foto: Paul Zinken/dpa
Polizei und Feuerwehr waren mit einem Großaufgebot im Einsatz.
Polizei und Feuerwehr waren mit einem Großaufgebot im Einsatz.Foto: Paul Zinken/dpa
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