Karneval der Kulturen : Umzug startet dieses Jahr in Kreuzberg

Die Zugrichtung wird dieses Jahr um 180 Grad gedreht mit Start in Kreuzberg und Ende in Neukölln. Zusätzlich soll ein neues Konzept für mehr Sicherheit sorgen.

Künftig beginnt der Karneval der Kulturen nicht mehr am Hermannplatz, sondern endet dort.
Künftig beginnt der Karneval der Kulturen nicht mehr am Hermannplatz, sondern endet dort.Foto: dpa

Die Zahl dieses Jahres? Ganz klar die 68. Fast wäre sogar der Karneval der Kulturen eine richtige 68er Veranstaltung geworden. Genau 68 Gruppen wollten beim Umzug am Pfingstsonntag dabei sein, doch eine ist kurzfristig abgesprungen.

Genau nachzählen wird ohnehin kaum jemand der Schaulustigen, die die Umzugsstrecke wieder zu Hunderttausenden säumen dürften. Bei ihr gibt es diesmal die augenfälligste Neuerung: eine Drehung um 180 Grad, gewissermaßen. Die Richtung ist umgekehrt worden, es geht in Kreuzberg los und endet in Neukölln. Der Start soll nun an der Ecke Yorckstraße/Großbeerenstraße erfolgen, wo sich um 12.30 Uhr die Gruppe „Sapucaiu no Samba“ auf den Weg macht. Weiter geht es über Gneisenaustraße und Hasenheide zum Hermannplatz, wo die letzte Gruppe gegen 21 Uhr eintreffen soll. Man will so den Umzug und das Straßenfest rund um den Blücherplatz besser trennen. Das beginnt bereits am Freitag (16-24 Uhr) und läuft dann über Sonnabend und Sonntag (11-24 Uhr) bis Montag (11-19 Uhr).

Neues Sicherheitskonzept

Ohnehin soll der Karneval luftiger werden als gewohnt, aus Sicherheitsgründen. Und es könne sogar sein, dass Besucher nicht mehr eingelassen werden können, obwohl sie meinen: „Na, da passe ich doch noch allemal rein.“ So kündigte es am Montag Karnevalleiterin Nadja Mau an. Seien 75 Prozent der Aufnahmekapazität erreicht, werde der Zugang zur Umzugsstrecke durch mobile Barrieren und Ordner an den Zugangsstraßen geschlossen. Beim Fest werde ähnlich verfahren, erläuterte sie das neue Sicherheitskonzept. Auch werden zusätzliche Flächen ausgewiesen, auf die sich Besucher im Fall der Fälle retten können – Vorsorge für ein „Worst-Case“-Szenario, leider notwendig angesichts der veränderten Weltlage, so wirbt Nadja Mau um Verständnis.

Mehr Sicherheit ist aber nicht ohne zusätzliche Kosten zu haben, das schlägt sich im Budget des Karnevals nieder, auch wenn erstmals das Fest mit einem Zuschuss von 830 000 Euro einen festen Haushaltstitel im Etat der Senatskulturverwaltung bekommen hat. So musste eine der bislang vier Bühnen beim Straßenfest gestrichen werden, der Platz hätte aufgrund des verschärften Sicherheitskonzepts ohnehin nicht mehr gereicht. Die Bühnen „Bazár Berlin“ und „Eurasia“ sollen nun eben zur neuen „East2West“Bühne verschmelzen und der Grüne Bereich – Schwerpunkt: Nachhaltigkeit – wandert vom Rand mitten auf das Festgelände.

 

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