Kindesmisshandlungs-Vorwurf : Vater vom Landgericht freigesprochen

Ein 34-Jähriger ist vom Landgericht Berlin vom Vorwurf der Misshandlung seines Sohnes freigesprochen worden. Er sei versehentlich wegen seiner psychischen Erkrankung ins "Fadenkreuz der Ermittler" geraten, hieß es.

Berlin - Der Vater von Zwillingen war angeklagt, im November vergangenen Jahres einen der damals zweieinhalbjährigen Jungen durch "massive stumpfe Gewaltanwendung" bewusst schwerste Verletzungen zugefügt zu haben.

Das Gericht kam zu der Überzeugung, dass der Angeklagte keinerlei Motiv hatte, "seinem Kind so etwas anzutun". Er war von allen Zeugen als liebevoller Vater beschrieben worden. Auch den Kinderärzten sei zuvor nie etwas aufgefallen, hieß es. Der Angeklagte sei wegen seiner psychischen Erkrankung ins "Fadenkreuz der Ermittler" geraten, hieß es. Es sei aber "unvorstellbar", dass sich seine Persönlichkeit infolge eines akuten Krankheitsschubes so wandelte, dass er das Kind verletzt habe.

"Tragischer Fall"

Neben Hämatomen im Gesicht sowie an Rücken und Oberschenkel diagnostizierten die Ärzte bei dem Kind innere Blutungen in der Bauchhöhle, so dass akute Lebensgefahr bestand. Das Gericht sprach von einem "tragischen Fall", weil die Ursache der Verletzungen im Prozess nicht geklärt werden konnte. Am wahrscheinlichsten sei, dass sich das Kind die Verletzungen in der Nacht zugezogen habe, sagte der Richter.

Nach Aussage des Vaters war der Zweijährige bereits am Vorabend auffallend anhänglich gewesen, hatte viel geweint und großen Durst gehabt. Die blauen Flecken seien ihm erst am nächsten Morgen aufgefallen, sagte er. Die Zwillinge leben unterdessen bei Pflegeeltern. (tso/ddp)

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