Berlin : Körting: Islamisten-Videos steigern abstrakte Gefährdung

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Die Terrororganisation Al Qaida nutzt nach Einschätzung des Berliner Verfassungsschutzes das Internet als zentrales Element für die Rekrutierung neuer Selbstmord-Attentäter und zur Verbreitung ihrer Gewalt-Ideologie. Al Qaida führe eine „professionelle Medienkampagne“ gegen die westliche Welt, sagte die Chefin des Berliner Verfassungsschutzes, Claudia Schmid, am Mittwoch im Verfassungsschutzausschuss des Abgeordnetenhauses. Ihren Angaben zufolge gibt es bereits mehr als 5000 islamistische Websites. Al Qaida nutze das Internet zur ideologischen Schulung seiner Anhänger, sagte Schmid. Neben Anleitungen zum Waffenbau und Giftmischen würden auch Gewaltpamphlete verbreitet. Potenzielle Täter ließen sich davon beeinflussen.

„Durch solche Drohungen steigt die abstrakte Gefährdung für Deutschland und auch für Berlin“, sagte Innensenator Ehrhart Körting (SPD). Konkrete Anhaltspunkte für geplante Terroraktionen gebe es aber nicht. Gefährlich sei, dass sich Menschen von solchen Videos angesprochen fühlen könnten, die Drohungen aus dem Internet in die Tat umzusetzen. Nach Einschätzung des Verfassungsschutzes ist die Wahrscheinlichkeit von islamistischen Aktivitäten in Deutschland damit gestiegen und die Bundesrepublik in das „Zielspektrum terroristischer Anschläge“ gerückt. dpa

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