Kolumne "Sonntagsfragen" : Geldgeschenk - aber wie?

Auf der Einladung zur Geburtstagsfeier steht eine Bitte um Geldspende auf ein angegebenes Konto. Wie verhält man sich? Unsere Autorin weiß Rat.

Einfach einwickeln oder doch in eine Karte? Geld schenken ist gar nicht so einfach.
Einfach einwickeln oder doch in eine Karte? Geld schenken ist gar nicht so einfach.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Ich bekam eine Einladung mit der Bitte um eine Geldspende auf ein angegebenes Konto. Wie verhalte ich mich auf der Feier? Schreibe ich eine Geburtstagskarte und lege eine Kopie der Überweisung dazu, oder überweise ich das Geld so früh, dass der Gastgeber schon benachrichtigt wurde? - fragt Georg.

Wer sich zu einem Fest eine Geldspende wünscht, schreibt ja keine Rechnung. Entsprechend sollte man mit dieser Bitte umgehen. Es kommt überhaupt nicht darauf an, so früh zu überweisen, dass der Gastgeber bereits benachrichtigt wurde. Oder glauben Sie, der hat am Tor zum Festort Sicherheitsleute stehen, die über die Kontoauszüge wachen und nur diejenigen hineinlassen, die ordnungsgemäß gespendet haben? Auf ein solches Fest könnten Sie wohl gut verzichten. Eine Spende ist ein Geschenk und kein Eintrittsgeld. Geschenke aber sind umso wertvoller, je mehr sie eine gewisse Leichtigkeit mitbringen.

Eine Geburtstagskarte ist eine gute Idee

Überweisen Sie den Betrag einfach, wann es Ihnen am besten passt. Und verzichten Sie bitte auf eine Kopie der Überweisung oder einen Ausdruck. Sie müssen ja nichts beweisen. Eine Geburtstagskarte zu schreiben, ist allerdings eine gute Idee. Im Mittelpunkt sollten gute Wünsche zum Anlass stehen. Der ist schließlich die Hauptsache. Am Rande können Sie erwähnen, dass Sie aus Anlass dieses schönen Festes gern einen Obolus transferiert haben. Der exakte Betrag muss gar nicht mal unbedingt dabeistehen, den sieht der Empfänger ja dann auf seinen Auszügen.

Immer mehr Menschen gehen dazu über, sich zu Festen einen finanziellen Beitrag für größere Anschaffungen oder eine Spende für eine Wohltätigkeitsorganisation ihrer Wahl zu wünschen. Das macht viel Sinn, wirkt prosaisch nur auf den ersten Blick. Wer je einen Stapel angegilbter, nie gebrauchter Pflichtgeschenke hat gammeln sehen, weiß, was gemeint ist.

Bitte schicken Sie Ihre Fragen an Der Tagesspiegel, „Immer wieder sonntags“, 10876 Berlin oder mailen Sie an meinefrage@tagesspiegel.de

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