• Korrektur zu Unfallzahlen in Berlin: 2019 hat es doch öfter gekracht als in Vorjahren
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Korrektur zu Unfallzahlen in Berlin : 2019 hat es doch öfter gekracht als in Vorjahren

Die Angaben der Berliner Behörden waren verwirrend: Nun stellt sich heraus, dass die Zahl der Unfälle im Jahr 2019 doch nicht gesunken ist.

Überschlagen. 2019 hat es wieder mehr Verkehrsunfälle gegeben als in den Vorjahren.
Überschlagen. 2019 hat es wieder mehr Verkehrsunfälle gegeben als in den Vorjahren.Foto: Paul Zinken/dpa

Die Nachricht war leider doch zu schön, um wahr zu sein: Anders als in einer früheren Version des Textes gemeldet, ist die Zahl der Verkehrsunfälle in Berlin im vergangenen Jahr doch nicht zurückgegangen, sondern im Gegenteil – erneut gestiegen. Auch die weiteren Informationen, etwa zur Zahl der verunglückten Fußgänger und Radfahrer, sind nicht korrekt, soweit sie sich aufs Jahr 2019 beziehen.

Hintergrund: Der Fehler resultiert aus der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage der Linksfraktion durch die Innenverwaltung. In dieser wurden die Zahlen fürs Gesamtjahr 2018 jeweils denen für Januar bis November 2019 gegenübergestellt. Allerdings findet sich nirgendwo ein Hinweis darauf, dass die Zahlen für den Dezember 2019 fehlen.

Ob der Fehler bei der Polizei passiert ist oder bei der Innenverwaltung, war am Montag zunächst nicht zu erfahren. Aufgefallen ist er der Tagesspiegel-Redaktion bei Durchsicht einer Anfrage des CDU-Abgeordneten Peter Trapp, die sechs Tage später bei der Verwaltung eingegangen war, aber schneller beantwortet wurde. In der Antwort auf diese Anfrage wird die – laut Innenverwaltung korrekt aufs Gesamtjahr 2019 – bezogene Zahl von 147.306 polizeilich registrierten Verkehrsunfällen genannt. Die falsch beantwortete Anfrage der Linken wurde an diesem Montag vom Abgeordnetenhaus veröffentlicht, die korrekt beantwortete von Trapp dagegen schon vor einer Woche.

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In den 1990er-Jahren lag die Zahl der Verkehrsunfälle in Berlin meist über 150.000; sie sank bis zum Minimum von knapp 121.000 im Jahr 2006. Auch die Zahl der tödlich Verunglückten lag in den 1990ern deutlich höher. Seit etwa zehn Jahren stagniert der Abwärtstrend bei den Toten allerdings – und das noch nicht einmal acht Wochen alte Jahr 2020 droht katastrophal zu werden, sollte sich die Entwicklung der ersten Wochen fortsetzen: Bisher starben laut Polizei zwölf Menschen im Berliner Straßenverkehr. Im gesamten Vorjahr waren es 40. Der jüngste Fall betrifft eine 28-Jährige, die am Mittwoch in Friedenau von einem zivilen Polizeiauto angefahren wurde.

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