Was der Kriminalitätsatlas über Neukölln, Mitte und die übrigen Bezirke aussagt

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Kriminalitätsatlas : Gefährliches Pflaster in Mitte, Tiergarten und Spandau

Neukölln: Raub und Rauschgift sind die drängendsten Probleme. Besonders betroffen sind laut Atlas die Bereiche um Hermannstraße, Karl-Marx-Straße und Sonnenallee. Insgesamt konnte die Polizei die hohe Zahl an Straftaten nicht überraschen: Raub und Drogen seien vor allem jugendtypische Delikte. Besonders Neukölln ist einer der Ortsteile mit dem geringsten Durchschnittsalter. Stadtweit sei Straßenraub außerdem von einem hohen Anteil ausländischer Tatverdächtiger geprägt. Auch der Anteil an nicht-deutschen Einwohnern ist besonders hoch.

Tempelhof-Schöneberg: Von allen Bezirken gibt es hier den höchsten Anstieg der Kriminalität im Vergleich zum Vorjahr, mehr als zehn Prozent. Insgesamt liegt die Belastung zwar im Mittelfeld, doch vor allem Diebstähle häufen sich – maßgeblich im Ortsteil Schöneberg.

Steglitz-Zehlendorf: Mit mehr Diebstählen hat auch dieser Bezirk zu kämpfen. Denn in der Statistik fällt auch der Einbruch in die Überkategorie „Diebstahl“. Und Einbrüche gibt es in Berlin immer mehr. Aufgrund der sozialen Struktur in Steglitz-Zehlendorf gibt es hier eine Vielzahl von Einfamilienhäusern und Wohnungen, die für Einbrecher interessant sind. Insgesamt ist der Bezirk gemäß den Zahlen der sicherste Berlins.

Charlottenburg-Wilmersdorf: Insgesamt zählt der Bezirk zu den stärker von Kriminalität belasteten Gegenden. Doch auch hier führt die Statistik in die Irre. Gründe für die hohen Zahlen vor allem Westend sind beispielsweise das Olympiastadion, dass tausende Besucher anlockt oder das Messegelände. Interessant ist auch die Polizeistatistik zum „Planungsraum Messegelände“: So wurden dort 545 Straftaten erfasst – bei offiziell sieben Bewohnern, die dort gemeldet sind.

Spandau: Der Bezirk liegt bei Kriminalität im unteren Durchschnitt, doch der namensgleiche Ortsteil belegt seit Jahren in der Kriminalitätsstatistik die vordersten Plätze. Ein Drittel aller Diebstähle im Bezirk werden dort verübt. Eine Erklärung – neben den Geschäften in den Arkaden und der Altstadt – ist der Nahverkehr: Für die U 7 ist hier Endstation, viele steigen in Busse um. Deshalb halten sich dort viele Ortsfremde auf, die entsprechend mehr Straftaten begehen. In der Statistik werden aber nur die dort gemeldeten Bürger mit den Straftaten in Relation gesetzt. So ergibt sich ein ungewöhnlich hoher Quotient und eine entsprechend schlechte Bewertung für den Ortsteil.

Mitte: Der Bezirk gilt als der gefährlichste in Berlin. Die Polizei erklärt das mit der geringen Bildung, der hohen Arbeitslosigkeit in Wedding und den Großveranstaltungen in Tiergarten. Besonders gefährdet sind Touristen. Die Polizei warnt, dass Diebe sich gezielt Sehenswürdigkeiten aussuchen, um dort Ortsfremde um ihr Eigentum zu bringen. Der Anteil von Taschendiebstählen ist hier doppelt so hoch wie im Berliner Durchschnitt.

Friedrichshain-Kreuzberg. Friedrichshain-Kreuzberg: Viele Touristen und Einheimische feiern und leben hier auf engstem Raum. Die Polizei beobachtet hier seit Jahren eine wachsende Anzahl von Straftaten. Und die Statistik schönt die Zahl sogar noch: Da S-Bahnhöfe und Delikte in S-Bahnzügen Sache der Bundespolizei sind, werden sie vom Kriminalitätsatlas nicht erfasst. Allein am Ostkreuz steigen aber täglich Tausende von Fahrgästen um.

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