• Kritik von Konkurrenten am Berliner Recyclingkonzern: Alba leugnet Foul im Kampf um Kunden

Kritik von Konkurrenten am Berliner Recyclingkonzern : Alba leugnet Foul im Kampf um Kunden

Die kleine Entsorgungsfirma Sisyphos wirft dem großen Konkurrenten Alba unter anderem Kundendiebstahl vor. Alba weist den Vorwurf zurück.

Dem Recycling-Unternehmen Alba wird vom Konkurrenten unter anderem Kundendiebstahl vorgeworfen.
Dem Recycling-Unternehmen Alba wird vom Konkurrenten unter anderem Kundendiebstahl vorgeworfen.Foto: dpa

In Corona-Zeiten ist Solidarität gefragt, auch zwischen Unternehmen, die miteinander konkurrieren. Die kleine Berliner Entsorgungsfirma Sisyphos wirft ihrem großen Konkurrenten, dem Recyclingkonzern Alba, dagegen unlauteres Handeln vor, „angesichts der Krise sogar höchst unmoralische Methoden“, wie Geschäftsführer Jürgen Matuschewski es nennt. Alba habe eine vorübergehende Schließung seiner Firma dazu genutzt, Kunden abzuwerben. Alba weist den Vorwurf entschieden zurück.

Hintergrund des Streits: Eine Flaute auf den Baustellen

Hintergrund des Streits ist eine Flaute auch auf Baustellen. Auch dort laufe dieser Tage nicht mehr alles rund, es fehlt an Material und Bauarbeitern, deshalb seien auch die Entsorgungsaufträge rückläufig, erklärt Matuschewski dem Tagesspiegel. Weil nur noch ein paar Container abzuholen waren, habe sich der Sisyphos-Chef am 20. März entschlossen, die Firma bis zum Ende des Monats zu schließen, auch um die Mitarbeiter vor einer Ansteckung mit dem Virus zu schützen. Die Kunden seien darüber informiert worden.

Ein großer Kunde wendete sich trotzdem an den Konkurrenten Alba – und das Unternehmen, eines der größten der Branche bundesweit, bot gerne seine Hilfe an. Anschließend schickte Alba offenbar einen Mitarbeiter zu einem weiteren Kunden von Sisyphos, um auch dort nachzufragen, ob vielleicht Hilfe gebraucht werde.

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Über diesen Vorgang liegt dem Anwalt von Matuschewski eine eidesstattliche Erklärung vor. In dieser es heißt es: Ein Alba-Mitarbeiter habe „unaufgefordert unser Unternehmen“ besucht und erklärt, „dass seine Geschäftsvorgesetzten ihn beauftragt hätten, Kunden der Firma Sisyphos aufzusuchen und Ihnen anzubieten, das Abholgeschäft“ zu übernehmen, „da die Firma Sisyphos zur Zeit durch die Coronakrise nicht mehr in der Lage ist, für uns tätig zu sein und er vermutet, dass das auch so bleibt.“

Alba solle den "versuchten Kundendiebstahl" unterlassen

Als Matuschewski davon erfuhr, öffnete er seinen Betrieb sofort wieder und schrieb einen empörten Brief an Alba. Man möge die „unwahre Behauptung, die Sisyphos-GmbH wäre pleite“ richtigstellen und den „versuchten Kundendiebstahl“ sofort unterlassen. Als Alba sich nicht sofort meldete, schaltete Matuschewski seinen Anwalt ein, der unter Berufung auf das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb eine Unterlassungserklärung von Alba fordert.

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Auf Anfrage des Tagespiegels erklärte Alba: „Es trifft nicht zu, dass wir unsere Vertriebsmitarbeiter anweisen, Kunden der Firma Sisyphos mit der Behauptung abzuwerben, die Firma Sisyphos würde sich dauerhaft nicht mehr von der Coronakrise erholen.“ Man habe sich nur bei „einem unserer ehemaligen Kunden erkundigt, ob er ebenfalls in der aktuellen Situation Unterstützung benötige. Dies war aber nicht der Fall.“

Zentrale Informationen zur Coronakrise in Berlin:

Sisyphos, 1995 gegründet, hat derzeit 18 Mitarbeiter. Alba, 1968 in Berlin entstanden ist im Besitz der Brüder Eric und Axel Schweitzer und beschäftigt alleine in Berlin derzeit rund 1500 Menschen. Auf der Homepage der Alba Group findet sich der Slogan: „Immer einen Schritt voraus“. Thomas Loy

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