• Kunst auf Berliner Werbefläche: Ausstellung erinnert an 60 Jahre „Kunst im Untergrund“

Kunst auf Berliner Werbefläche : Ausstellung erinnert an 60 Jahre „Kunst im Untergrund“

„Kunst im Untergrund“ gibt es seit 60 Jahren. In Hellersdorf eröffnete eine Ausstellung, die an die Plakate erinnert.

Auch am Alexanderplatz wird die Ausstellung zu sehen sein.
Auch am Alexanderplatz wird die Ausstellung zu sehen sein.Foto: dpa

Wo „Kunst im Untergrund“ draufsteht, ist nicht unbedingt Kunst im Untergrund drin. Seit 1958 war dies das Markenzeichen für die künstlerischen Arbeiten, die Jahr für Jahr die Werbeflächen der heutigen U-Bahnlinie U2 auf der Station Alexanderplatz füllten, hervorgegangen jeweils aus einem Wettbewerb. Diese Tradition, an deren Anfang eine Ausstellung „Plakate für den Frieden“ stand war über die Wende gerettet worden, seit 1991 betreut von der Arbeitsgruppe „Kunst statt Werbung“ in der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst.

Schwerpunkt der Jubiläumsausstellung: die Jahre 1989/90

Bis 2008 ging das so, dann veräußerte die BVG die Werbeflächen, der Bahnhof Alexanderplatz stand der Kunst nicht länger zur Verfügung. Die Ausstellung fand wechselnde, nicht mehr zwingend unterirdische Orte entlang U-Bahnnetzes. 2014 entstand mit der „Station urbaner Kulturen“ in Hellersdorf ein fester Anlaufpunkt für das Projekt.

Heute ist diese „Station“ am Auerbacher Ring 41 in Hellersdorf untergebracht, wo am Wochenende Jubiläumsausstellung eröffnet wurde. Sie will einen Einblick in die sechs Jahrzehnte des Projekts geben, legt dabei den Schwerpunkt auf die Jahre 1989/90 (bis 8. September, Do – Sa 15 bis 19 Uhr).

Im Jubiläumsjahr heißt das Motto des Wettbewerbs „Plakat politisch machen“. Drei aufeinanderfolgende Ausstellungen sind von Ende September bis Anfang Dezember wiederum im U-Bahnhof Alexanderplatz geplant, allerdings in der Station der U5. Die dann zu sehenden Arbeiten werden so beschrieben: „Unter dem Motto ,Recht auf Stadt’ thematisieren die künstlerischen Arbeiten das Verhältnis von Stadtpolitik und bürgerlicher Teilhabe und fragen, was Stadt ist und wem sie gehört.“

Das klingt nach viel Theorie und noch mehr Ernst, während bei früheren Ausstellungen auch allerhand Humor möglich war. Zum Beispiel der Cartoonhafte Beitrag des Ost-Berliners Holger Fickelscherer zur Ausstellung 1991: Der Berliner Bär war um die Ecke gebogen, plötzlich standen da, lässig an die Wand gelehnt, Eisbär, Schwarzbär, Panda, Koala, schließlich der Nasenbär. „Hey Jungs, euch gibt’s ja auch noch.“ Die blieben unbeeindruckt: „Ach was?“

Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar