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Serie "Berlin hat die Wahl" (8) : Bildung: Streit um Verbeamtung, Losverfahren und Personal

Was Politiker sagen

Eine gegen alle

Als einzige Partei will die CDU eine Rückkehr zur Verbeamtung der Lehrer. Die Grünen betonen, dass die Verbeamtung nicht auf ihrer Agenda steht. Wichtiger sei es, durch bessere Arbeitsbedingungen den Einsatz in Berlin attraktiv zu machen. Die FDP hält nicht „den Status“ für den wichtigsten Anreiz, sondern ein angemessenes Einkommen, einen gut ausgestatteten Arbeitsplatz, mehr Arbeitszeitgerechtigkeit und mehr Gestaltungsfreiheit sowie Leistungsanreize. Auch die SPD hält den Lehrerberuf nicht für eine hoheitliche Aufgabe. Das Gehalt müsse aber stimmen. Das findet auch die Linke: Lehrer seien „zuerst pädagogische Fachkräfte und nicht Staatsdiener“. Die angehobenen Einstiegsgehälter müssten aber tariflich abgesichert werden.

Erst mal auswerten

Die CDU lehnt das Losverfahren ab. Der Zugang zum Gymnasium solle durch ein „strukturiertes Aufnahmeverfahren, bestehend aus Test, Probeunterricht und Schulleitergespräch“, erfolgen. Die Grünen wollen erst mal abwarten, dass das Losverfahren ausgewertet wird. Die FDP plädiert für „diskriminierungsfreie Kriterien“ statt Losen. Die Linke will, wie die Grünen, das neue Verfahren erst mal auswerten und „wo möglich verbessern“. Positiv scheine die größere Rechtssicherheit, negativ die „Fixierung auf den Notendurchschnitt“. Im Übrigen führe jedes Übergangsverfahren zu Ungerechtigkeiten, weshalb alle Schüler von Klasse eins bis zehn zusammenbleiben sollten. Die SPD findet, das neue Verfahren bereite „keine größeren Schwierigkeiten“. Es gebe sogar weniger Widersprüche.

Schnell ersetzen

Die CDU will eine „Unterrichtsgarantie“ erreichen, indem alle ausscheidenen Lehrer sofort ersetzt werden. Für die Grünen hat die „Gewährleistung einer qualitativen Unterrichtsversorgung“ Priorität. Dauerhafter Unterrichtsausfall und der Personalnotstand seien „nicht mehr hinnehmbar“. Die FDP will den Schulen ein Budget von vier Prozent der Personalmittel in bar geben, um Vertretungen selber zu regeln. Die Linke schlägt, wie die CDU, vor, ausscheidende und langfristig fehlende Lehrkräfte schnell zu ersetzen. Zudem brauche man eine hundertprozentige Lehrerversorgung nicht nur im Schnitt, sondern für jede Schule. Das meinen alle und auch die SPD, die überdies betont, dass der „reine“ Unterrichtsausfall „von dem ohnehin niedrigen Niveau“ auf aktuell nur 2,2 Prozent gesunken sei.