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Landsberger Allee in Berlin : Fußgänger stirbt bei Fahrerflucht-Unfall  

In der Nacht zu Sonntag wird ein Fußgänger von einem Auto überfahren und getötet. Der Fahrer fährt davon, ohne anzuhalten – und stellt sich später.

Am Morgen danach ist an der Unfallstelle kaum noch etwas zu sehen.
Am Morgen danach ist an der Unfallstelle kaum noch etwas zu sehen.Foto: Helena Piontek

Der Regen des Morgens hatte alle Spuren verwischt, die von dem tödlichen Unfall der Nacht zeugen könnten. Nur ein paar hastig weggeworfen blaue Einmalhandschuhe und aufgerissene Plastikhüllen mit Kompressen oder Infusionsbesteck zeigen, dass die Rettungskräfte hier noch versucht haben, das Leben des 51-Jährigen zu retten.

Gegen halb ein Uhr früh hatte ein Auto den Mann angefahren und tödlich verletzt. Er starb noch am Unfallort. Danach flüchtete der Fahrer des Wagens, sagte eine Sprecherin der Polizei. Ohne anzuhalten, sagen Zeugen. Außerdem sei er zu schnell gewesen. Hier darf man eigentlich nur 60 Stundenkilometer fahren, doch der schnurgerade Straßenverlauf lässt viele schneller werden.

Unfall gegenüber der Ikea-Filiale in Lichtenberg

Der Unfall passierte auf der Landsberger Allee auf Höhe der Ferdinand-Schultze-Straße, gegenüber der Ikea-Filiale in Lichtenberg. Das Auto war stadteinwärts unterwegs. Dort, vor Ikea, ein Fußgängerüberweg über die sechsspurige Straße.

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Der 51-Jährige sei neben diesem Übergang von der Mittelinsel über die Straße gegangen, als das Auto ihn anfuhr, heißt es bei der Polizei. Dass die Straße so gerade und eigentlich gut einsehbar ist, lässt Menschen sie auch außerhalb des Überwegs queren.

An dem Fußgängerübergang gibt auch es eine Ampel, an der man einen Knopf drücken muss, damit sie für Fußgänger grün wird und die Autofahrer Rot haben. Was sie anzeigte, wird noch ermittelt.

Der Unfall passierte auf der Landberger Allee auf Höhe der Ferdinand-Schultze-Straße in Lichtenberg.
Der Unfall passierte auf der Landberger Allee auf Höhe der Ferdinand-Schultze-Straße in Lichtenberg.Foto: Helena Piontek

Unfallauto verlassen aufgefunden

Die Beamten fanden wenig später das Unfallauto in der Große-Leege-Straße, wenige Fahrminuten von der Unfallstelle. Sie beschlagnahmten den Wagen. Gegen 5.30 Uhr kam der 32 Jahre alte Fahrer auf die Wache und stellte sich. Er war offenbar betrunken und hatte Drogen genommen. Ob der Mann auch beim dem Unfall schon betrunken war und unter dem Einfluss von Drogen stand, wird untersucht, heißt es bei der Polizei.

Die Kreuzung Landsberger Allee und Ferdinand-Schultze-Straße.
Die Kreuzung Landsberger Allee und Ferdinand-Schultze-Straße.Helena Piontek

Weiterer Unfall mit Fahrerflucht

Keine zwei Stunden gab es eine weitere Fahrerflucht. Ein 26-Jähriger wurde dabei verletzt. Laut Mitteilung der Polizei sei gegen 2 Uhr ein „Mini“ durch die Düsseldorfer Straße in Richtung Uhlandstraße (Charlottenburg-Wilmersdorf) gerast. An der Kreuzung zur Sächsischen Straße nahm er einem „Smart“ die Vorfahrt.

Beide Autos stießen zusammen, wobei der Mini gegen drei andere Fahrzeuge schleuderte. Laut Zeugenaussagen stiegen zwei junge Männer aus Wagen und rannten in Richtung Emser Straße davon. Der 26-jährige Smartfahrer wurde von Rettungskräften zur ambulante Behandlung ins Krankenhaus gebracht. Der Mini war vermutlich zuvor gestohlen worden.

2019 starben schon 24 Fußgänger im Straßenverkehr

Insgesamt gab es 2019 bisher 37 Verkehrstote – die meisten waren mit 22 Opfern Fußgänger, heißt es bei der Polizei. Der Fußgängerverband FUSS e.V. zählt allerdings bereits 24 tote Fußgänger in diesem Jahr. Der Grund ist, dass der Verein anders zählt. Etwa brach ein Mensch auf der Straße zusammen und wurde dann überfahren, ein anderer war kurz davor in sein Auto zu steigen, sagte ein Sprecher FUSS e.V.. Diese Fälle zähle die Polizei nicht mit. (mit dpa)

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