Lange Nacht der Ideen am 1. Juni : Deutschland in der Welt - und bald in Berlin

Das Auswärtige Amt und viele Partner zeigen am Freitagabend an 15 Berliner Orten, was ihre Kultur- und Bildungspolitik im Ausland bewirken kann.

Sieben Filme aus aller Welt erzählen die Geschichten geflüchteter Kinder für Gleichaltrige - zur Langen Nacht in der Urania.
Sieben Filme aus aller Welt erzählen die Geschichten geflüchteter Kinder für Gleichaltrige - zur Langen Nacht in der Urania.Foto: Promo

In Zeiten der Renaissance von Nationalismus und Populismus wird sie immer wichtiger und hat es sogar in den Koalitionsvertrag geschafft: Die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik (AKBP) ist die dritte Säule der deutschen Außenpolitik. Mit Staatsministerin Michelle Müntefering wurde ihr erstmals auch personell mehr Bedeutung verliehen. Sie tritt ein für eine offene Gesellschaft, für die Freiheit von Kunst, Wissenschaft und Meinung.

Um die vielfältige Arbeit der AKBP im Inland sichtbar machen, laden das Auswärtige Amt (AA) und seine Partner am Freitag, den 1. Juni 2018, zwischen 18 und 24 Uhr zur dritten "Langen Nacht der Ideen" ein. Im Mittelpunkt steht in diesem Jahr das Thema offene Gesellschaft. An  markanten Berliner Orten finden 15 Veranstaltungen statt - darunter Ausstellungen, interaktive Erlebnisse, Musik, Theater und Literatur. Alle sind kostenlos; teils muss man sich aber vorher anmelden.

UMSPANNWERK ALEXANDERPLATZ

„Wie national sind wir?“ ist das Thema der Auftaktveranstaltung der „Langen Nacht der Ideen 2018“ im Umspannwerk Alexanderplatz um 19 Uhr. Das Ramal Ensemble, bestehend aus syrischen Studierenden der Barenboim-Said-Akademie, spielt zur Eröffnung ab 17.45 Uhr Eigenkompositionen arabischer Musik. In Zeiten von Nationalismus und Abschottung diskutiert Tagesspiegel-Chefredakteur Stephan-Andreas Casdorff ab 19 Uhr mit Staatsministerin Michelle Müntefering (Auswärtiges Amt), der Intendantin des Gorki Theaters Berlin, Shermin Langhoff und dem Architekten David Chipperfield Fragen von Populismus und postnationaler Kultur. Anschließend laden die Veranstalter zum Empfang. Anmeldung dringend erforderlich: anmeldung@minzgmbh.de. Um 22 Uhr beginnt die Abschlussveranstaltung mit DJ und Konzert.

Ebenfalls im Umspannwerk können Besucher mit mit Südafrika live Graffiti austauschen. Möglich macht's das Projekt "Digital Calligraffiti“ des Public Art Lab, das Durban und Berlin vernetzt (19–23.30 Uhr)

Spielen zum Auftakt im Umspannwerk: das Ramal Ensemble der Barenboim-Said-Akademie.
Spielen zum Auftakt im Umspannwerk: das Ramal Ensemble der Barenboim-Said-Akademie.Foto: Peter Adamik

AUSWÄRTIGES AMT

Live-Performance CASSANDRA/BEWEGUNGSMUSTER von Yvon Chabrowski und Künstlergespräch im Dachatelier des Auswärtigen Amtes. Es gibt drei Zeitfenster; Anmeldung über die Website (18–23 Uhr).

Im Lichthof des Auswärtigen Amtes (AA) wird es futuristisch: Wie denken wir über das Morgen? Wo lauern Gefahren der Digitalisierung? Und wie koexistieren wir mit Nicht-Lebewesen? Fragen wie diese diskutieren Besucher bei der Veranstaltung „The Human Touch – Ethik und Künstliche Intelligenz“. Gemeinsam mit den Veranstaltern der Digitalkonferenz re:publica hat das AA Expertinnen wie Lorena Jaume-Palasí von AlgorithWatch, die Philosophin Thea Dorn und Sarah Spiekermann-Hoff, Autorin des Buches „Ethische IT-Innovationen“ eingeladen (18–0 Uhr).

Den Menschen imitieren: Das Für und Wider Künstlicher Intelligenz regt zur Diskussion an.
Den Menschen imitieren: Das Für und Wider Künstlicher Intelligenz regt zur Diskussion an.Foto: re:publica/Gregor Fischer

DAAD-GALERIE

Teresa Margolles (Mexiko) eröffnet ihre Ausstellung „Sutura“, mit der ihr DAAD-Künstler-Stipendium in Berlin endet (19–21 Uhr)

SCHINKELSCHE BAUAKADEMIE

Wir und die anderen –  wie entsteht Identität? Die Veranstaltung „Die Welt in Bewegung – Identität 4.0“ des Deutschen Archäologischen Instituts gibt mit Kurzvorträgen und virtuellen Ausstellungselementen Einblicke in die Entstehung und Veränderungen von Identitäten. Mit einem i,Slam melden sich junge Muslime zum Thema multiple Identitäten zu Wort (18–22 Uhr).

GORKI THEATER

Bis zum Sonnenaufgang ist es noch eine Weile“ heißt die Lesung von Murat Mahmutyazıcıoğlu mit anschließendem Gespräch. Reservierung mit dem Stichwort „Lange Nacht der Ideen“ über ticket@gorki.de. Die Karten müssen bis einen Tag vorher abgeholt werden (20.30–22 Uhr).

Artists at Risk: Was tun, wenn Menschenrechte und Kunstfreiheit in Gefahr geraten?“ ist der Titel einer Podiumsdiskussion des Gorki Forums. Verbindliche Anmeldung hier (18–19.30 Uhr).

URANIA BERLIN

Früh genug Sensibilität und Offenheit fördern: Unter dem Titel „grenzenlos – Geschichten von Freiheit & Freundschaft“ erzählen sieben Filme aus aller Welt für Kinder ab sechs Jahren vom Leben geflüchteter Kinder. Der Episodenfilm aus Animations- und Dokumentarszenen der Bildersturm Filmproduktion entstand in Kooperation mit dem WDR und dem Goethe-Institut . Im Anschluss stellen sich die Filmemacher dem Publikum (16-18 Uhr).

Am Abend werden ausgewählte Filme gezeigt, anschließend Diskussion und Empfang. Anmeldung: premiere@realfictionfilme.de unter Angabe der jeweiligen Uhrzeit (19.30–22 Uhr).

IFA-GALERIE

Movement.Bewegung“, das neue Ausstellungs- und Forschungsprogramm der ifa-Galerie Berlin, wird im Rahmen der Langen Nacht der Ideen mit der Ausstellung „For the Record“ eröffnet (19–23 Uhr).

KINO BABYLON

Einen literarischen und musikalischen Streifzug durch die Kultur des Balkans veranstaltet Traduki im Kino Babylon - eine Entdeckungsreise für Neugierige, die ihren Horizont erweitern wollen. Susanne Bormann und Aleksandar Radenkovic lesen Texte von Autoren aus Rumänien, Slowenien, Mazedonien, Kosovo und Kroatien. ZMEI3, eine in Berlin gegründete rumänische Band, begleitet und beschließt die Nacht mit rumänischem Soul (20–23 Uhr).

Traduki - die Balkannacht im Kino Babylon.
Traduki - die Balkannacht im Kino Babylon.Foto: Tamas Dezso

HUMBOLDT BOX

Das Humboldt-Forum im Berliner Schloss schickt seine Besucher mit der Künstlerin katrinem auf den „Path of Awareness – Pfad für aufmerksames Hören“, eine Audio-Performance rund um das Berliner Schloss bis hin zum Auswärtigen Amt. Mit „klanglichen Schuhen“ entsteht eine Partitur, die den Stadtraum mit all seinen Geräuschen erfahrbar macht. Im Laufe des Tages werden mehrere Walking Performances mit der Künstlerin und Guides stattfinden (10–23Uhr).

Die Künstlerin katrinem nimmt Besucher der Langen Nacht mit auf einen "Pfad für aufmerksames Hören".
Die Künstlerin katrinem nimmt Besucher der Langen Nacht mit auf einen "Pfad für aufmerksames Hören".Foto: Ursula Rogg

HAUS DER KULTUREN DER WELT

Intendant Bernd Scherer führt durch die Ausstellung „Neolithische Kindheit. Kunst in einer falschen Gegenwart, ca. 1930“. Anmeldung: education@hkw.de (18–19.30 Uhr).

SILENT GREEN KULTURQUARTIER

„Den Phantomschmerz pflegen. Heimat – Fortschritt, Rückschritt, Stagnation?“ – dazu hat SAVVY Contemporary den Autor Tariq Ali zum Vortrag geladen, über den anschließend die Sozialwissenschaftlerin Naika Fouratan und die Migrationsforscherin Manuela Bojadzijev diskutieren werden (21–0 Uhr).

PERGAMONMUSEUM

Aus Geflüchteten werden Museumsführer: Das preisgekrönte Projekt „Multaka – Treffpunkt Museum“ der Staatlichen Museen Berlin und des Deutschen Historischen Museums bildet seit einigen Jahren Guides aus, die jetzt während der „Langen Nacht der Ideen“ Führungen auf Deutsch und Englisch durch das Museum für Islamische Kunst (Nr.1–4, stündlich ab 18.30, 1 und 3 Deutsch, 2 und 4 Englisch) und das Vorderasiatische Museum (Nr. 5–8, Nr. 8 auf Englisch) im Pergamonmuseum führen. Anmeldung an LNDI2018@diplo.de unter Angabe des vollständigen Namens, der E-Mail-Adresse und der gewünschten Führung (Nr. 1–8). Anmeldeschluss ist der 28.Mai 2018. Personalausweis erforderlich (18.30–22.30 Uhr).

Im Projekt "Multaka" führen Geflüchtete durchs Museum.
Im Projekt "Multaka" führen Geflüchtete durchs Museum.Foto: Staatliche Museen Berlin, Museum für Islamische Kunst/Milena Schlösser

TELEFONICA BASECAMP

Europa am Scheideweg – was Politik und Kultur leisten müssen“ – darüber diskutieren unter anderem Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn und Rolf-Dieter Krause, langjähriger ARD-Korrespondent in Brüssel. Moderation: Leon Stebe (rbb). Anmeldung: einladung@minzgmbh.de (19.30–21.30 Uhr).

#LNDI2018 – TWEETUP: TAKE PART!

Auf Einladung der Villa Aurora & Thomas Mann House e. V. werden zehn ehemalige Stipendiat/-innen der Künstlerresidenz Villa Aurora auf der Microblogging-Plattform Twitter eine Diskussion über die offene Gesellschaft und postnationale Kulturpolitik führen. Twittern Sie mit!

Weitere Texte zur Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik finden Sie auf unserer Themenseite.

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