• Lebensgefährlicher Schuss auf Spätibesitzer: Angeklagter weist Vorwürfe vor Gericht zurück

Lebensgefährlicher Schuss auf Spätibesitzer : Angeklagter weist Vorwürfe vor Gericht zurück

„Ich wollte zur Kasse, da schoss er schon“, sagt der Inhaber des Spätis vor Gericht. Zwei Männer sollen bei einem Raubüberfall auf ihn geschossen haben.

Polizeieinsatzwagen. Symbolbild.
Polizeieinsatzwagen. Symbolbild.Foto: dpa

Der Spätkauf-Inhaber war allein im Geschäft und saß am Computer, als ein maskierter Mann eine Waffe auf ihn richtete. „Er verlangte Geld, ich wollte zur Kasse, da schoss er schon“, sagte der Kaufmann am Mittwoch vor dem Landgericht. Durch die Kugel wurde der 36-Jährige lebensgefährlich an der Lunge verletzt. Knapp ein Jahr später sitzen mit Naim Al A. und Siyabend K., 27 und 25 Jahre alt, zwei der mutmaßlichen Täter auf der Anklagebank.
Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die beiden Angeklagten sowie der gesondert verfolgte Maximilian S. das Verbrechen in einer Shisha-Bar verabredet hätten. Im Auto seien sie am späten Abend des 9. Juli nach Charlottenburg gefahren. Al A. und S. seien in den Spätkauf gegangen. Eine mit 13 Patronen geladene Pistole habe S. auf das Opfer gerichtet.

Als der Spätkauf-Inhaber zu einer unter dem Tresen aufbewahrten Machete griff, habe S. dem Mann in die Brust geschossen, heißt es in der Anklage. Die Täter seien schließlich ohne Beute geflohen.

A. will die Tat nicht begangen haben

Naim Al A. ist als einer der mutmaßlichen Räuber seit rund fünf Monaten inhaftiert. „Aber ich habe die Tat nicht begangen“, wies er nun die Vorwürfe zurück. Zwar habe er an jenem Abend K. und S. in einer Bar getroffen. Sie seien dann gemeinsam aufgebrochen, um Alkohol zu besorgen.

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Als das Auto hielt, sei S. zielstrebig auf den Späti zugegangen, so Al A. weiter. „Ich sah dann durch die Scheibe, wie er eine Waffe auf den Mann richtete.“ Er sei in den Plan nicht eingeweiht gewesen. „Ich war fassungslos, ich hatte keine Ahnung, was passieren würde.“
Für den Inhaber, der bis heute durch die Verletzung beeinträchtigt ist und nicht schwer heben kann, war es die zweite Aussage vor Gericht – im Februar bekam S. siebeneinhalb Jahre Haft wegen versuchten Totschlags, das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Prozess geht Freitag weiter.

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