Lehrermangel in Berlin : GEW fordert Öffnung des Quereinstiegs von Lehrern

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft will, dass auch Quereinsteiger zugelassen werden, die kein Mangelfach studiert haben.

Bisher dürfen nur Quereinsteiger Lehrer werden, die ein Mangelfach studiert haben.
Bisher dürfen nur Quereinsteiger Lehrer werden, die ein Mangelfach studiert haben.Foto: Patrick Pleul/dpa

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat eigene Vorschläge zur Bewältigung des Lehrermangels vorgelegt und sich kritisch mit den von Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) vor zwei Wochen vorgestellten Maßnahmen auseinandergesetzt. Die GEW fordert eine Öffnung des Quereinstiegs. Momentan werden nur Quereinsteiger eingestellt, die ein Mangelfach studiert haben. Die GEW will, dass auch Bewerber, die ein anderes Schulfach studiert haben, zugelassen werden. Ein Mangelfach müssten sie dann berufsbegleitend studieren. An Grundschulen sollten auch Quereinsteiger zugelassen werden, die Erziehungswissenschaften oder Kindheitspädagogik studiert haben. Diese müssten Mathematik und Deutsch nachstudieren.

Qualität des Unterrichts darf sich nicht verschlechtern

Die GEW fordert zudem, dass die Verteilung der Quereinsteiger von der Senatsbildungsverwaltung gesteuert werden müsse, damit Schulen in sozial benachteiligten Lagen nicht unverhältnismäßig viele Quereinsteiger auszubilden hätten. Mittelfristig könne der Fachkräftemangel nur behoben werden, wenn die Zufriedenheit der Pädagogen steige. Dazu sei ein betriebliches Gesundheitsmanagement nötig, sagte der GEW-Vorsitzende Tom Erdmann. Auch die Einstellung von Verwaltungs- und Gesundheitspersonal könnte Lehrkräfte entlasten.

Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel dürften nicht mit einer Verschlechterung der Qualität einhergehen, warnt die GEW. Sie lehnt deshalb die Zulassung von Ein-Fach-Lehrern ab. Sprachlernassistenten, deren Einsatz Scheeres plant, könnten Lehrkräfte unterstützen, dürften diese aber nicht ersetzen.

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