Lehrstellen in Berlin : BVG bildet immer weniger Frauen aus

Zwar konnten die Verkehrsbetriebe 2018 fast alle Ausbildungsplätze besetzen. Doch Frauen fehlen. FDP: Koalition verfehlt eigene Förderansprüche.

Die BVG besetzt zwar fast alle Ausbildungsplätze, doch Frauen fehlen.
Die BVG besetzt zwar fast alle Ausbildungsplätze, doch Frauen fehlen.Foto: Getty Images

Berlin ist an 56 Unternehmen beteiligt, die bei der Ausbildung und Gleichstellung Vorbildfunktion haben sollten. „Deutlich verfehlen“ würden die Betriebe den Anspruch der rot-rot-grünen Koalition, Frauen zu fördern und MINT-Berufe (aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) für Mädchen attraktiver zu gestalten, sagte die FDP-Abgeordnete Maren Jasper-Winter dem Tagesspiegel.

Auch Männer konnten nicht stärker für soziale Berufe gewonnen werden.

Das geht aus einer Antwort auf eine Anfrage von Jasper-Winter hervor. Die 15 größten landeseigenen Unternehmen stellen 5576 Ausbildungsplätze zur Verfügung. Das ist fast jeder dritte der 15.829 bei der Agentur für Arbeit gemeldeten Lehrstellen.

Auffallend ist in der Auflistung der Unternehmensdaten, die dem Tagesspiegel vorliegt, dass zum Beispiel 2018 die BVG 140 von 146 Ausbildungsplätzen besetzt hat. Die BVG wirbt um junge Frauen für technische Berufe mit der Kampagne „Ohne dich geht nichts“. Trotzdem ist die Frauenquote in der Ausbildung seit 2015 von 27,3 Prozent auf aktuell 20,3 Prozent gesunken.

Andererseits werden prozentual nicht mehr Männer im Vergleich zu den Vorjahren im pflegerischen Bereich ausgebildet. Der landeseigene Klinikkonzern bietet rund 1000 Ausbildungsplätze pro Jahr an, von denen 236 (Stand Mitte Oktober) in diesem Jahr männlich besetzt sind.

„Bei großen Arbeitgebern wie BVG und Vivantes werden die herkömmlichen Geschlechterrollen nicht aufgebrochen“, kritisierte Jasper-Winter. Von Oktober 2017 bis September 2018 meldeten sich in Berlin 22.082 Jugendliche bei der Agentur für Arbeit. 15.829 Lehrstellen wurden gemeldet. 1711 Plätze blieben unbesetzt. Mehr als 3000 Bewerber fanden keine Stelle.

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