Letzte Ruhe in Berlin : 2300 neue Gräber auf muslimischem Friedhof

Bäume fallen, Bänke und Grabstätten entstehen. Der Friedhof in Berlin-Spandau wird ab Sommer erweitert.

Letzte Ruhe in Berlin-Gatow.
Letzte Ruhe in Berlin-Gatow.Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Baustart für die Erweiterung des Landschaftsfriedhofs ist im Sommer. Der Friedhof wurde im Herbst 1982 eröffnet und liegt abgeschieden auf den Rieselfeldern. Auf dem Friedhof können Beerdigungen nach islamischem Glauben durchgeführt werden - und diese Fläche wird nun im Sommer 2019 erweitert. Das berichtet der Spandau-Newsletter des Tagesspiegels.

Hier die konkreten Details: 30 Bäume werden dort fallen, 18 Sitzbänke werden aufgestellt. Und – wichtig, wichtig – die Landschaftsgärtner sollten doch bitteschön auch abgezählte „sechs Gießkannenhalter“ anschrauben.

Zuständig für Friedhöfe ist Stadtrat Frank Bewig, CDU. Und der schrieb dem Spandau-Newsletter aus dem Rathaus: „Der muslimische Teil des Landschaftsfriedhofs wird um 3,5 ha erweitert. Durch die Erweiterung werden bei Fertigstellung 2300 Wahlgräber für Menschen muslimischen Glaubens neu bereitgestellt. Dies geschieht in mehreren Bauabschnitten. Die Erweiterung der Grabfelder kostet ca. zwei Mio Euro.“

Im ersten Bauabschnitt, der aktuell ausgeschrieben wird und im Sommer beginnt, werde etwa die Hälfte der Gesamtbausumme realisiert. Kniffelig: „Die Baumaßnahme muss im laufenden Bestattungsbetrieb realisiert werden“, sagte Bewig dem Spandau-Newsletter. „Das wird aus Gründen der Pietät nicht problemlos vonstatten gehen.“ Und wie schaut’s mit der Auslastung des Friedhofs aus? Bewig: „Die Friedhofserweiterung für Menschen muslimischen Glaubens wurde erforderlich, weil keine entsprechenden freien Wahlgräber mehr angeboten werden können. Die Erweiterung wird, bei derzeitiger Prognose, etwa fünf  Jahre entsprechende Wahlgräber vorhalten können.“ Eine zusätzliche Zufahrt von der Potsdamer Straße wird es übrigens "bis auf weiteres nicht geben.“ Na bitte, jetzt sind wir alle wieder auf dem aktuellsten Stand.

Doch, zwei Dinge noch - ein kleiner Straßen-Exkurs zur Spandauer Historie: Die einsame Maximilian–Kolbe-Straße dort am Waldrand erinnert übrigens an einen Widerstandskämpfer gegen die Nazis, der 2000 Juden versteckt hat und schließlich in Auschwitz ermordet worden ist. Und hier ein Blick ins Tagesspiegel-Archiv: Der islamische Friedhofsteil wurde im Herbst 1988 eingeweiht - "eine Tafel wird von Bezirksbürgermeister Werner Salomon am 23. Oktober enthüllt", stand damals im Tagesspiegel.

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