• Lions Club und Bürgerstiftung Berlin im Palazzo: Eine Löwen-Herz-Gala für Berliner Kinder

Lions Club und Bürgerstiftung Berlin im Palazzo : Eine Löwen-Herz-Gala für Berliner Kinder

Die Löwen-Herz-Gala hilft Berliner Kindern, mehr zu erfahren über Kräuter, Physik und das Pflanzen von Apfelbäumen.

Kinder machen den Versuch "Tanzende Murmel" zum Thema Träge Körper und Fliehkräfte beim Projekt „Zauberhafte Physik“ der Bürgerstiftung Berlin.
Kinder machen den Versuch "Tanzende Murmel" zum Thema Träge Körper und Fliehkräfte beim Projekt „Zauberhafte Physik“ der...Foto: Thilo Rückeis

So Beifall heischend guckt ein normaler Kellner natürlich nie, selbst wenn er dem Gast einen köstlich duftenden Teller mit Ente à l’Orange vor die Nase setzt. Aber Claus Theo Gärtner, Wolfgang Lippert, Arne Friedrich und Dagmar Frederic sind ja auch keine normalen Kellner.

Sie sprangen ein für eine gute Sache, wie auch der russisch-orthodoxe Abt Daniil Irbits. Am Dienstagabend probierten der Lions Club Berlin und die Bürgerstiftung Berlin im Palazzo-Spiegelzelt am Bahnhof Zoo gemeinsam ein neues Format aus, um Kindern mit problembehaftetem Familienhintergrund in der Stadt zu helfen.

Am Ende kamen stolze 50.000 Euro für die Bürgerstiftung zusammen, die sich zusammensetzten aus dem Erlös aus Eintrittskarten, Sponsoring und einer Auktion.

„Wie ein Lottogewinn“

„Bedürftige Kinder sind uns schon lange ein Herzensanliegen“, sagte der Präsident des ältesten Lions Clubs der Stadt, Hein Lehmann-Spallek. Schon seit 1955 helfen die Mitglieder, die sich einmal im Monat treffen, da, wo staatliche Hilfe nicht ankommt. Für die Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung, Vera Gäde-Butzlaff, fühlte sich der Anruf mit dem Angebot, den Erlös der Löwen-Herz-Gala ihren Projekten zukommen zu lassen, „wie ein Lottogewinn“ an.

Mit dem Grandseigneur der erfolgreichen Dinner-Show, Hans-Peter Wodarz, und dem seit dem Jahr 2000 für die Stiftung engagierten Küchenstar Kolja Kleeberg hatten die Löwenherzen Partner an der Seite, mit denen gewissermaßen nichts schieflaufen konnte.

Natürlich mussten die ehrenamtlichen Kellner zunächst eingewiesen werden. So galt es zum Beispiel im Chor „Palazzo!“ zu schreien, wenn die Hauben von den Tellern gelüftet wurden. Manche ließen sich, wie Wolfgang Lippert, von den gutgelaunten flotten Sprüchen der Gäste auch mal so ablenken, dass die im Hintergrund agierenden Profi-Kellner sie sanft wieder auf den richtigen Weg leiten mussten.

KPM-Vase im persönlichen Design

Mit KPM-Chef Jörg Woltmann kam dann ein ruhiger, charmanter, aber nicht aggressiver Auktionator zum Einsatz, um die attraktiven Preise unter die Leute zu bringen. Eine Steilvorlage für kenntnisreiche Hertha-Insider-Witze gaben die VIP-Tickets, die unter den Hammer kamen.

Ein Spaziergang mit dem ebenfalls anwesenden früheren Regierenden Bürgermeister Walter Momper durchs Brandenburger Tor mit anschließender Kaffeerunde im Adlon erzielte stolze 2000 Euro. Und der glückliche Gewinner musste versprechen, den Freunden später alles genau zu erzählen.

Für eine stattliche KPM-Vase, die der glückliche Neubesitzer nach eigenen Vorstellungen noch bemalen lassen kann, kamen sogar 6500 Euro zusammen. Ein runder Abend war das, auch dank aufregender Showeinlagen zum Beispiel mit atemberaubender Rollschuhartistik und dem Star-Clown Peter Shub. Breit gefächertes Engagement war immer wieder Thema bei den Tischgesprächen. Katharina Heuer und Jens-Uwe Fischer etwa setzen sich mit ihrer Stiftung Zukunft Kinder auch für die jüngsten Mitglieder der Gesellschaft ein.

Stolze 50.000 Euro kamen zusammen

Vera Gäde-Butzlaff zeigte sich am Ende begeistert über das gute Ergebnis. „Damit können wir einen wichtigen Beitrag für die Unterstützung von mehr als 10.000 Kindern und Jugendlichen in Berlin leisten.“  25.000 Euro soll „VIF Verantwortung-Integration-Freundschaft“ bekommen, ein Kooperationsprojekt der Bürgerstiftung Berlin und der Arne-Friedrich-Stiftung.

Weitere 15.000 Euro werden für „Zauberhafte Physik“  mit ehrenamtlichen Physikpaten verwendet. Und 10.000 Euro erhält schließlich Kolja Kleebergs Projekt „Kräutergärten für Berliner Schulen“.

Am Anfang seien nur 50 Gärten geplant gewesen, erzählte er. „Inzwischen gibt es 140.“ Es ist auch für ihn immer noch ein Erfolgserlebnis, wenn Kinder entdecken, dass Schnittlauch nicht auf Frischkäsepackungen wächst, sondern dass man damit richtig viel anstellen kann. Auch das jüngste Projekt hat den vielseitigen Koch inspiriert, der nebenbei auch noch singt und Radio macht. „Im letzten Jahr haben wir 120 Apfelbäume gepflanzt.“  

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