• LKA ermittelt nach Corona-Ausbruch: 400 Personen aus Seniorenwohnanlagen negativ getestet

LKA ermittelt nach Corona-Ausbruch : 400 Personen aus Seniorenwohnanlagen negativ getestet

Eine Wohnanlage für Senioren musste geräumt werden, eine Person starb, 73 kamen ins Krankenhaus. Nun wurde alle Bewohner der weiteren Häuser des Betreibers getestet. 

Diese Seniorenwohnanlage im Lichtenberger Ortsteil Fennpfuhl wurde geräumt.
Diese Seniorenwohnanlage im Lichtenberger Ortsteil Fennpfuhl wurde geräumt.Foto: Christoph Soeder/dpa

Am 28. April musste eine komplette Einrichtung für Seniorinnen und Senioren in Fennpfuhl über Nacht geräumt werden. 22 Personen waren im Anschluss positiv auf das Coronavirus getestet worden und mussten in Quarantäne, 73 Bewohnerinnen und Bewohner kamen in eine Klinik, eine Person starb. 

Die Wohnanlage in der Rudolf-Seiffert-Straße gehört zu einem Verbund von insgesamt sieben Anlagen, davon sechs in Lichtenberg und eine in Pankow mit insgesamt 320 Bewohnerinnen und Bewohnern - welche auf das Virus getestet wurden.

Insgesamt 400 Personen wurden getestet, darunter 300 Bewohner und rund 100 Mitarbeitende des Pflegedienstes. "Erfreulicherweise waren alle Ergebnisse negativ", schreibt das Bezirksamt dem Tagesspiegel auf Nachfrage. Am 13. Mai seien die letzten Befunde zu den Testungen eingegangen. Negativ getestete Bewohner dürfen wieder in ihre Wohnungen zurückkehren, wie das Berliner Bezirksamt Lichtenberg auf Nachfrage mitteilte.

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Wie berichtet ermittelt das Landeskriminalamt (LKA) wegen des Verdachts der Vernachlässigung Schutzbefohlener in dem Fall. Es wird untersucht, wer für den Virusausbruch in der Anlage verantwortlich ist und ob vorgeschriebene Schutzmaßnahmen eingehalten wurden. Zu den laufenden Ermittlungen des LKA äußert sich das Bezirksamt nicht.

„Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass hier unter Umständen die Misshandlung von Schutzbefohlenen oder die Freiheitsberaubung vorliegen könnte“, hatte ein LKA-Sprecher dem Tagesspiegel gesagt. „Es besteht der Verdacht, dass einzelne Bewohner dieses Wohnheims sich gegen ihren Willen in Räumen aufhalten mussten.“

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