Wie Bezirke und Senat reagieren - Hotlines geschaltet

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Update
Magen-Darm-Epidemie : Fast 2200 Kinder in Berlin erkrankt

Die ersten Krankheitsausbrüche meldete am Donnerstag die Bruno-H.-Bürgel-Schule in Lichtenrade, dort waren etwa 80 Kinder betroffen. In Charlottenburg-Wilmersdorf waren bis Freitagmittag 115 Fälle bekannt - "und es werden minütlich mehr", sagte Bezirksstadtrat Carsten Engelmann. Die erkrankten Kinder wurden nach Hause geschickt, das Gesundheitsamt schaltete eine Telefon-Hotline mit Verhaltensempfehlungen für Eltern.

Zugleich nahmen die Veterinär- und Lebensmittelämter aller Bezirke Proben der angelieferten Schulessen, um sie im Labor des Robert-Koch-Institutes auf mögliche Erreger untersuchen zu lassen.

Auch die Senatsverwaltung reagierte auf die Vorfälle. Aus der Gesundheitsverwaltung von Senator Mario Czaja (CDU) hieß es am Freitagvormittag: "Wir besprechen uns gerade mit allen zuständigen Stellen in der Stadt. Demnächst werden wir die Telefonnummern der Ansprechpartner der Gesundheitsämter in den jeweiligen Bezirken auf unser Homepage veröffentlichen. Besorgte Eltern können dort anrufen."

Die Gesundheitsverwaltung hatte schon am Donnerstag fast 40 Krankenhäuser der Stadt detailliert über die Erkrankungen informiert. Die Schulen wissen Bescheid, Mitarbeiter in den Bezirksämtern sagten dem Tagesspiegel am Freitag, dass die Informationen schnell und gezielt weiter gegeben worden seien.

Auch in der Opposition im Abgeordnetenhaus hält man das Vorgehen der Gesundheitsverwaltung wohl für angemessen. "Das ist bislang nichts verschwiegen worden", sagte Wolfgang Albers (Linke). "Die zuständige Staatssekretärin hat das, was sie weiß, sofort öffentlich gemacht." Der Abgeordnete Albers, der selbst Arzt ist, sagte außerdem: "So etwas kann passieren, Erkrankungen durch Essen sind zumindest über Jahre nur schwer auszuschließen."

Inwiefern der Lebensmitteldienstleister, der die Schulen mit dem Essen belieferte, falsch gehandelt habe, dürfte demnächst die Justizverwaltung klären. Die Behörde von Senator Thomas Heilmann (CDU) ist auch für den Verbraucherschutz zuständig. Sie will sich in den nächsten Stunden äußern.

Telefonhotline des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf: 0172-3630380

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