Medizinisches Cannabis : Zweite Berliner Firma darf Hanf anbauen

Deutschland soll eigenes Gras bekommen. Jetzt ist geklärt, welche drei Firmen es herstellen dürfen. Zwei davon kommen aus Berlin.

Zwei Berliner Firmen dürfen medizinisches Cannabis anbauen.
Zwei Berliner Firmen dürfen medizinisches Cannabis anbauen.Foto: dpa/EPA/ Jim Hollander

Seit März 2017 darf Cannabis auf Rezept verordnet werden, doch musste der Stoff bisher aus dem Ausland importiert werden. Das wurde immer schwieriger, besonders seit in Kanada und den USA die Märkte liberalisiert wurden.

Um den Nachschub und die einwandfreie Qualität für den Einsatz zu medizinischen Zwecken zu sichern, hat Deutschland den Plan verfolgt, auch hierzulande Cannabis anbauen zu lassen; der Anbau wurde ausgeschrieben. Am Montag wurde bekanntgegeben, welche Firmen den Zuschlag für die letzten vier von insgesamt 13 Losen bekommen haben. Beide sitzen in Berlin: Das Startup Demecan und die Aurora Produktions GmbH. Die Ausschreibung umfasste 10.400 Kilogramm Cannabis.

Der Zuschlag für die ersten neun Lose wurde am 17. April erteilt. Für vier Lose konnte seinerzeit kein Zuschlag erfolgen, da sich ein unterlegener Bieter mit einem Nachprüfungsantrag an die Vergabekammer gewandt hatte. Dieser Antrag wurde jedoch zurückgezogen.

Nun sind die 13 Lose des Vergabeverfahrens wie folgt verteilt: Aurora und Aphria, beides Tochterunternehmen kanadischer Anbieter, haben den Zuschlag für je fünf Lose erhalten, die Berliner Demecan GmbH den Zuschlag für drei Lose. Die erste Ernte erwartet das zuständige Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) für das 4. Quartal 2020.

Mit dem am 10. März 2017 in Kraft getretenen Gesetz zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher und anderer Vorschriften hat der Gesetzgeber die Möglichkeiten zur Verschreibung von Cannabisarzneimitteln erweitert. Zugleich wurde eine Cannabisagentur eingerichtet. Die Cannabisagentur soll den Anbau von Cannabis zu medizinischen Zwecken in Deutschland steuern und kontrollieren.

Die Bundesopiumstelle im BfArM führt eine Begleiterhebung zur Anwendung von Cannabisarzneimitteln durch, um weitere Erkenntnisse über die Wirkung von Cannabis als Medizin zu gewinnen.



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