• Messerattacke am Alexanderplatz: Die Tötung von Edgar Orlovskij - Täter hatte Komplizen

Messerattacke am Alexanderplatz : Die Tötung von Edgar Orlovskij - Täter hatte Komplizen

Die Polizei sucht mittlerweile nach zwei Tätern. Der getötete Litauer soll Kontakt zu Tschetschenen gehabt haben. Ging es um Geldschulden?

So soll der mutmaßliche Hauptverdächtige aussehen. Die Polizei sucht mittlerweile nach einem weiteren Täter.
So soll der mutmaßliche Hauptverdächtige aussehen. Die Polizei sucht mittlerweile nach einem weiteren Täter.Foto: Polizei Berlin

Die Berliner Polizei sucht weiterhin nach den Tätern, die Mitte März am Alexanderplatz den Litauer Edgar Orlovskij erstochen hatten. Bereits im April wurden Foto- und Videoaufnahmen des mutmaßlichen Täters veröffentlicht, die von einer U-Bahn-Überwachungskamera stammen. Neue Erkenntnisse ergeben, dass es womöglich um Geldschulden ging.

Das Landeskriminalamt hat mittlerweile ermittelt, dass neben dem mutmaßlichen Haupttäter ein weiterer Mann an der Tat beteiligt gewesen sein dürfte. Ermittlungen ergaben, dass der Getötete Kontakt zu Männern tschetschenischer Herkunft gehabt haben soll.

Wie berichtet, hatten der oder die Täter den 26-jährigen litauischen Staatsbürger Edgar Orlovskij am Abend des 18. März auf dem südlichen Gehweg der Karl-Marx-Allee in der Nähe des Alexanderplatzes erstochen. Nach den bisherigen Ermittlungen sollen die Täter unvermittelt ein Messer gezückt und auf das entgegenkommende Opfer eingestochen haben.

Anschließend ergriff der mutmaßliche Haupttäter die Flucht. Der in Spandau lebende Litauer konnte am Handy noch die Notrufnummer 110 wählen und die Polizei verständigen, doch als erste Rettungskräfte eintrafen, war er schon nicht mehr bei Bewusstsein. Er starb noch am Tatort.

Ob sich der Täter und sein Opfer kannten oder es sich um eine zufällige Begegnung handelte, ist bislang unklar. Nach der Veröffentlichung der Fahndungsfotos- und Videos hofft die ermittelnde 6. Mordkommission nun auf Hinweise aus der Bevölkerung. Der mutmaßliche Täter „ist mindestens 40 Jahre alt, von kräftiger Gestalt und hat eine Halbglatze mit Haarkranz“, heißt es im Fahndungsaufruf.

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Die Aufnahmen zeigen ihn von vorne sowie von hinten ohne Kapuze. Die Kriminalpolizei fragt nun, wer den Mann eventuell kennt und Angaben zu ihm und seinem Aufenthaltsort machen kann. Außerdem hoffen die Ermittler auf Hinweise von Zeugen, die ihn möglicherweise am Montag, 18. März, zwischen 21.30 und 22.20 Uhr in der Nähe des Tatortes gesehen haben.

Der zweite Mann soll Anfang 20 Jahre alt sein, circa 180 bis 185 cm groß und eine hagere, schlanke Figur haben. Die Polizei sucht nach Zeugen, denen in der Tatzeit Tschetschenen aufgefallen sind, die womöglich Geld vom Opfer eintreiben wollten. Hinweise nimmt die Mordkommission unter der Telefonnummer 030-4664-911666 entgegen. Auch jede Polizeidienststelle kann angesprochen werden.

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