Millioneninvestition : Diese Berliner Schulen werden während der Herbstferien saniert

In der schulfreien Zeit werden Gebäude und Anlagen abgerissen, neu gebaut und saniert. Rund 200 Millionen Euro werden dabei investiert.

Problembau. Manche Mobilen Unterrichtsräume können saniert werden, bei anderen bleibt nur der Abriss.
Problembau. Manche Mobilen Unterrichtsräume können saniert werden, bei anderen bleibt nur der Abriss.Foto: Kai-Uwe Heinrich

Diese Herbstferien haben es in sich: An rund 230 Schulen wird gebaut, und meist geht es laut und schmutzig zu. So lautete am letzten Schultag die Ansage von Bildungssenatorin Sandra Scheeres. Sie war am Freitag mit Bezirksbürgermeister Martin Hikel (beide SPD) in die Neuköllner Karl-Weise-Grundschule gekommen, um zu zeigen, dass es vorangeht mit der Sanierung. Aktuell werden 200 Millionen Euro investiert: in Dächer, Fassaden, Fenster, Fußböden, Turnhallen, Mensen, Fachräume, Aufzüge, Rettungswege sowie Sanitär- und Heizungsanlagen.

Spitzenreiter ist dieses Jahr Reinickendorf, wo sich die Arbeiten auf 28 Millionen Euro summieren. Ganz vorn dabei: die Märkische Grundschule, die einen Erweiterungsbau und eine energetische Sanierung für über sechs Millionen Euro bekommt. Auch in Marzahn-Hellersdorf werden mehr als 20 Millionen Euro ausgegeben. Zwei der aufwändigsten Projekte: Das Tagore-Gymnasium erhält für über vier Millionen Euro eine sanierte Sporthalle, und an der Grundschule am Bürgerpark werden fast acht Millionen Euro für die Sanierung des Schulgebäudes und der Sporthalle ausgegeben.

Toiletten außerhalb des Gebäudes werden saniert

Besonders viel Geld fließt 2018 auch in die energetische Sanierung der Spandauer Siegerland-Grundschule (7,5 Mio. Euro) und in das Kreuzberger Robert-Koch-Gymnasium, wo es erstmal nur darum geht, die Aufstellung von Unterrichtscontainern vorzubereiten (3,6 Mio.). Die Charlotte-Pfeffer-Schule in Mitte, die ebenfalls schon sehr lange unter ihrem maroden Gebäude zu leiden hat, wird für Neu- und Umbau mit fast sieben Millionen Euro in 2018 bedacht.

Bescheiden nimmt sich im Vergleich dazu die Summe aus, die an der Karl-Weise-Schule verbaut wird: Für 560.000 Euro werden die Sanitärräume saniert. Es gab für Scheeres, Hikel und Bildungsstadträtin Karin Korte (SPD) aber etwas Besonderes zu sehen: Die Schule gehört zu den wenigen Bildungseinrichtungen der Stadt, deren Toiletten außerhalb des Hauptgebäudes liegen – eine architektonische Besonderheit. Erstmals seit Jahrzehnten werden sie jetzt grundsaniert: Schulleiterin Karin Schwenn konnte ihr Glück kaum fassen und sagte schlicht „hier läuft’s“, zumal das Elterncafé gleich mitsaniert wird.

Der bekannteste Knöterich Berlins

Ein Problem besonderer Art hat in diesen Herbstferien Steglitz-Zehlendorf, wo mangels Standfestigkeit fünf Mobile Unterrichtsräume (MUR) aus den siebziger Jahren stillgelegt werden müssen. Betroffen sind die Grundschule an der Bäke, die Mercator-, Käthe-Kruse-, Giesensdorfer und Alt-Lankwitzer Grundschule. Dieser MUR war es wohl, der der Alt-Lankwitzer Schule 2008 zu trauriger Berühmtheit verhalf: Dort hatte sich ein Knöterich durch die Fugen in die Klassenräume vorgearbeitet, wodurch die Schlingpflanze für mehrere Jahre zum bekanntesten Knöterich Berlins avancierte. Nun müssen die Kinder zusammenrücken. Besonders schwierig wird es für die Käthe-Kruse- Schule, die ihr Hortgebäude verliert: Die Erst- und Zweitklässler müssen in die benachbarte Kronach-Schule ausweichen.

Auch die Kronach-Schule hat Erfahrung mit MURs, allerdings einem anderen Bautyp, der bereits 2015 einsturzgefährdet war. Dieser Bautyp konnte aber – anders als die aktuellen fünf Problem-MURs – saniert werden. Ob noch in anderen Bezirken MURs des gefährdeten Bautyps im Einsatz sind, wird aktuell geprüft.

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