Mit der Gondel ins Wohngebiet : Bürgermeister schlägt Seilbahn für Pankow vor

Sören Benn überlegt, wie man den Nordosten von Pankow am besten anbinden könnte. Dazu lädt er einen Verkehrsexperten ein.

Zur IGA gebaut, dann geblieben. In Marzahn-Hellersdorf gondelt bereits eine Seilbahn.
Zur IGA gebaut, dann geblieben. In Marzahn-Hellersdorf gondelt bereits eine Seilbahn.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Kann eine Seilbahn die großen Verkehrsprobleme im Norden von Pankow lösen? Diese Idee wirft Bezirksbürgermeister Sören Benn (Linke) in die Runde. Zwar liege die Verantwortlichkeit für Verkehrsplanungen auf Landesebene – doch habe der Bezirk eine Mitverantwortung, nach Lösungen zu suchen. Darum habe Benn die Initiative ergriffen und den renommierten Verkehrswissenschaftler Heiner Monheim Ende Januar zu einem Vortrag über urbane Seilbahnsysteme eingeladen, teilt das Bezirksamt mit. In Marzahn-Hellersdorf, am Kienberg, fährt ja schon eine Seilbahn.

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Im Norden des Bezirks zwischen Heinersdorf und Buch herrschen seit langem Dauerstau und Pendlerfrust. Und angesichts der geplanten bis zu 15.000 neuen Wohnungen in der Gegend stellt sich die Frage, wie die neuen Bewohner in die Stadt kommen sollen. Bisher ist vom Großplan zum Verkehrsraum Nordost, den die Senatsverkehrsverwaltung erstellen soll, nichts bekannt.

Auf die Idee einer Seilbahn kam vor kurzem auch die SPD in Köpenick – damit will sie die Dahme überbrücken und die Müggelberge anbinden. Benn hat sich aber nicht davon, sondern von einer Stadt in Südamerika inspirieren lassen.

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Benn will, dass sich das Bezirksamt „über Einsatzmöglichkeiten des Verkehrsmittels“ informiert. Ziel des Termins mit Monheim sei es, „sich einer Antwort auf die Frage zu nähern, ob und unter welchen Voraussetzungen in welchem zeitlichen Horizont Seilbahnsysteme im Nordostraum, z. B. im Blankenburger Süden, in Karow und Buch oder auch als Tangentiale geeignet sein können, diese Stadträume mit dem ÖPNV vergleichsweise zügig und platzsparend, emissions- und fahrplanfrei zu versorgen“.

Aus Benns Sicht ist „angesichts der hinreichend bekannten Hürden zur Erschließung des Berliner Nordostens (...) eine nähere Betrachtung dieses Verkehrsmittels durchaus angemessen.“

 

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