Mit Hakenkreuz bemalt : Stolpersteine in Rheinsberg geschändet

In der brandenburgischen Stadt Rheinsberg wurde vier Stolpersteine mit einem blauen Hakenkreuz besprüht. Die Macher des Projekts zeigen sich öffentlich empört.

Das Foto haben die Macher des Projekts Stolperstein auf Twitter geteilt.
Das Foto haben die Macher des Projekts Stolperstein auf Twitter geteilt.Foto: Stolperstein

Für gewöhnlich rufen die Macher des Projekts Stolpersteine des Künstlers Gunter Demning im Januar zur großen Putzaktion der Stolpersteine anlässlich des Gedenktags für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar auf. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde die Putzaktion in diesem Jahr abgesagt. Doch am Dienstagabend veröffentlichten die Projetmacher auf ihrem Twitter-Account ein Foto von vier geschändeten Stolpersteinen in Rheinsberg, die mit einem blauen Hakenkreuz übersprüht wurden.

"Gewöhnlich halten wir uns mit Verweis auf die polizeilichen Ermittlungen und die große gesellschaftliche #Solidarität zurück, wenn Menschen Stolpersteine schänden. Auch um Tätern keine Plattform zu bieten. Dieses Bild aus #Rheinsberg aber macht fassungslos und erfordert Handeln", heißt es in einem Tweet des Projekts.

Genauere Angaben, wie es zu dem Vorfall gekommen ist, sind bislang nicht bekannt.

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Die Stolpersteine sind ein Projekt, das der Künstler Gunter Demning im Jahr 1992 begann. Mit im Boden verlegten kleinen Gedenktafeln soll an das Schicksal der Menschen erinnert werden, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die Stolpersteine werden vor den letzten frei gewählten Wohnhäusern der NS-Opfer niveaugleich in das Pflaster eingelassen.

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