Monika Hermann über Thilo Sarrazin : „Diese Fehler sind kaum korrigierbar“

Die Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg äußert sich verständnislos über die Auslassungen Sarrazins im Tagesspiegel-Interview.

Monika Herrmann (Grüne), Bezirksbürgermeisterin des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg.
Monika Herrmann (Grüne), Bezirksbürgermeisterin des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg.Foto: Stephanie Pilick/dpa

Frau Herrmann, Ex-Finanzsenator Thilo Sarrazin hat im Tagesspiegel-Interview gesagt, in Kreuzberg wären zu seiner Amtszeit lieber „links-grüne Experimente“ finanziert worden, anstatt Schulen zu sanieren.

Ich kann mir nicht erklären, was er meint. Die Aussage ist schon sehr politisch gefärbt. Wir haben im Bezirk sogar Sondermittel für den Schulbau beantragt.

Was hat Sarrazin falsch gemacht?

Er hat sich nur an Hamburg orientiert. Das hatte wenig mit der Realität in Berlin zu tun. Zielführender wäre gewesen, genau zu schauen, welche Aufgaben ein Bezirk erfüllen muss, welches Personal er dafür braucht. Der Ausverkauf der Wohnungsbaugesellschaften hat den Wohnungs- und Mietmarkt komplett aus den Ankern geschossen. Einer der größten Fehler, den Rot-Rot unter seiner Verantwortung gemacht hat und der kaum korrigierbar ist.

Der Ex-Finanzsenator und die Bezirke waren ja keine Freunde ...

Dass jeder Bezirk macht, was er für richtig hält, ist ein Mythos, der nicht stimmt. Wir sind vom Land Berlin abhängig und haben keine eigenen Steuereinnahmen

Wie läuft es mit dem Nachfolger?

Was ich wohltuend anders finde, ist, dass wir mit Matthias Kollatz-Ahnen, der auch ein harter Hund sein kann, endlich einen Finanzsenator haben, der gesellschaftspolitisch denkt.

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