Museumsinsel : Lehmann verteidigt Neubauten

Das kulturelle Erbe sei zu wertvoll, um es dem Tagesgeschmack zu überlassen, meint der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Klaus-Dieter Lehmann.

Berlin - Die Umbauarbeiten am Neuen Museum auf der Museumsinsel nach Plänen des britischen Architekten David Chipperfield seien eng mit den zuständigen Stellen wie dem Landesdenkmalamt Berlin und der Unesco abgestimmt. "Die große Chance, die wir heute bei der Wiederherstellung dieses einzigartigen kulturellen Ensembles haben, muss sich auch gegenüber den kommenden Generationen legitimieren", schreibt Lehmann in einem Beitrag für den "Tagesspiegel". "Festzuhalten ist, dass wohl kaum eine Restaurierungsmaßnahme von Beginn des Planungsstadiums bis zu den jeweiligen Realisierungsschritten so ausführlich öffentlich dokumentiert wurde", ergänzt Lehmann.

Zuletzt hatte eine Initiative zum Volksbegehren "Rettet die Museumsinsel" gegen Chipperfields Pläne zum Umbau des Neuen Museum und dem künftigen zentralen Eingangsgebäude der zum Weltkulturerbe gehörenden Museumsinsel für Schlagzeilen gesorgt. Zum Streit um das Eingangsgebäude schreibt Lehmann: "Gestritten wird um ein Phantom, um eine Architektur, die es noch gar nicht gibt. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass es hier mehr um die Abwehr einer modernen Architektur geht." Die Insel sei jedoch immer Ausdruck einer jeweils existierenden zeitgenössischen Architektur gewesen. (tso/ddp)

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